Heidi Specker: DAMENZIMMER HERRENSCHNITT. Eine Hommage an Aenne Biermann

FOTO: © Vitrine, Heidi Specker, 2026

Heidi Specker: DAMENZIMMER HERRENSCHNITT. Eine Hommage an Aenne Biermann

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Heidi Speckers Ausstellung ist die jüngste Station ihrer mehrjährigen künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Werk der jüdischen Fotografin Aenne Biermann (1898–1933). Ausgehend von öffentlichen und privaten Sammlungen, von Erinnerungen der Nachfahr*innen sowie historischen Recherchen zur Fluchtgeschichte der Familie Biermann zeichnet Heidi Specker eine durch die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts geprägte Geschichte nach.

Aenne Biermann war eine besondere Figur der Stadtgesellschaft von Gera – in den 1920er Jahren ein kosmopolitischer Ort und kulturelles Zentrum der Moderne. In nur wenigen Jahren wurde aus der Autodidaktin eine wichtige Vertreterin der Avantgarde-Fotografie. Sie trug die Haare kurz, einen „Herrenschnitt“, und ließ ihr Arbeitszimmer von einem der angesagtesten Architekten ihrer Zeit gestalten. Ihre Fotografien zeichnet das „Neue Sehen“ aus, also die intensive Betrachtung der unmittelbaren Umwelt sowie ungewöhnliche Perspektiven auf Menschen und Dinge.

Heidi Specker nähert sich der Person und dem Werk Aenne Biermanns an, setzt sich künstlerisch und auch persönlich zu ihr in Beziehung. Dabei spielt Verlust eine wichtige Rolle. Aenne Biermanns Arbeit brach durch ihren frühen krankheitsbedingten Tod jäh ab. Ein Großteil ihres fotografischen Nachlasses wurde von den Nationalsozialisten geraubt oder gilt als verschollen. Im Lauf ihrer künstlerischen Recherche reiste Heidi Specker nach Gera, Triest und Wien und nahm Kontakt zu Aenne Biermanns Enkelkindern auf. In Gegenüberstellungen empfindet sie Themen und Kompositionen der Fotografin nach, eignet sie sich an und übersetzt sie in die Gegenwart. Zwei Videoarbeiten erzählen von wichtigen Stationen ihrer Spurensuche: In Amnesia Gera stellt Heidi Specker dem einst weltoffenen Stadtleben Geras die Aufmärsche von rechten Gruppierungen heute gegenüber. In Wien Vienna fragt sie nach der Bedeutung von materiellen Hinterlassenschaften für die Erinnerung. Gemeinsam mit dem Design-Duo BLESS hat sie eine spezifische Ausstellungsarchitektur und eine Edition entwickelt, die an die historische Einrichtung von Aenne Biermanns „Damenzimmer“ angelehnt sind.

Zur Ausstellung erscheint eine deutschsprachige Publikation mit Texten von Heidi Specker und Ronya Othmann sowie Beiträgen von Claudia Tittel, Daria Brasca, Anneliese Schallmeiner und Albena Zlatanova.

Mit Arbeiten von
Heidi Specker und Aenne Biermann

Kuratorin
Franciska Zólyom

Kuratorische Assistenz
Hanar Hupka

Display
BLESS

Grafikdesign
Müller & Wesse (Stephan Müller)

Preisinformation:

Einzelticket: 7€ / 5€ Kombiticket: 10€ / 6€ Mittwochs freier Eintritt

Location

Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig Karl-Tauchnitz-Str. 9-11 04107 Leipzig

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