Ab 17 Uhr
Gemeinsamer Austausch mit Expert*innen im Café Müller (Klubraum)
Eintritt frei
Anmeldung unter cafe-müller@adk.de
19 Uhr
Lesung und Gespräch im Plenarsaal
€ 11,35/7,50
Für Heiner Müller war die Vergangenheit nicht nur nicht vergangen, sie war auch der Speicher, aus dem sich Erkenntnisse über das Kommende gewinnen ließen: „Man muß die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen.“ Diese „Virulenz der Gespenster“ (Durs Grünbein) schlägt sich in Müllers Werk in der Anwesenheit der Toten nieder, in den Grabungen im Material der Geschichte, aus der sie als lebendige Wiedergänger auftauchen. Die zerfallenden Imperien von gestern bieten die Variationsmuster für die politischen Entwicklungen von morgen.
Als Dramatiker und Dichter ohne Hoffnung, aber auch ohne Verzweiflung hat Heiner Müller die Widersprüche seiner Zeit aufgenommen und in bleibende Bilder überführt. Die selbst erlittene Erfahrung des Fremden ist für sein Werk zentral, Vertreibung und Exil bilden Hauptlinien in seinen Theaterstücken, Gedichten, Essays. „Lange war er fast der einzige, der in seinem Werk nahezu alle Fluchterfahrungen des 20. Jahrhunderts thematisierte.“ (Achim Engelberg) Ein Aufbruch aus Trümmern, für den auch sein am 1. Januar 1945 begonnenes Notizbuch steht, aus dem in SINN UND FORM 1/2026 erstmals ein Auszug präsentiert und in der Akademie der Künste von Martin Wuttke gelesen wird.
Wie Heiner Müller, der immer als Geschichtsschreiber, nie als Prophet auftrat, zu einem globalen Klassiker werden konnte, warum uns ein öffentlicher Intellektueller wie er heute fehlt, welche seiner Einschätzungen über das sich wieder vereinigende Deutschland zutrafen, was die Fragmente und Bruchstücke dieses Schreibens zu einem Gesamtbild werden läßt, darüber sprechen an diesem Abend Achim Engelberg, Annett Gröschner, Katja Lange-Müller, Mark Lammert und Simon Strauß.
Im „Café Müller“ im Klubraum gibt es ab 17 Uhr die Gelegenheit, sich an verschiedenen Tischen mit Expertinnen und Experten über den Autor auszutauschen (Anmeldung: cafe-müller@adk.de).
Ab 19 Uhr werden bei Lesung und Gespräch im Plenarsaal das Notizbuch 1945 vorgestellt (Lesung Martin Wuttke) und die Facetten seines Werkes diskutiert.
Ein Abend für Heiner Müller, an dem seine Aufzeichnungen aus dem Kriegswinter 1945 erstmals präsentiert werden und Weggefährt*innen und Experten über die anhaltende Bedeutung seines Werkes diskutieren.
Mit Achim Engelberg, Annett Gröschner, Mark Lammert, Katja Lange-Müller, Simon Strauß, Matthias Weichelt, Martin Wuttke
Preisinformation:
Ab 17 Uhr Gemeinsamer Austausch mit Expert*innen im Café Müller (Klubraum) Eintritt frei Anmeldung unter cafe-müller@adk.de
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