Das Erz kam per Eisenbahn aus der kasachischen Steppe, die Kohle aus Polen. Auf den Kränen, Lokomotiven und am Hochofen arbeiteten oft Frauen, die für die Stahlindustrie der DDR unentbehrlich waren. Von Eisenhüttenstadt ging der Stahl in die Fabriken und Häfen des Westens, um gegen Devisen verkauft zu werden.
Im Frühjahr 2026 fährt ein Zug mit sechsachsigen Flachwagen durch Deutschland, beladen mit tonnenschweren Brammen, Stahlträgern und Coils. Auf und in den Waggons gibt das Eisenbahntheater HÜTTENWERK Einblick in die damalige Vorzeigeindustrie und die Verbindungen zum Westen. Zwanzig ehemalige Werktätige berichteten für das dokumentarische Theaterstück von ihren Erfahrungen im Eisenhüttenkombinat.
Während der Impulse 2026 legt die außergewöhnliche Produktion als Partnerprojekt im Programmbereich Post-West einen Halt unter dem stillgelegten Hochofen 5 für die einzigen Termine in NRW ein. Die Vorstellung ist auch geeignet für Jugendliche ab Klasse 9 und bringt die Geschichte von Feuer, Devisen und Stahl zusammen, die Arbeiter*innen zwischen Eisenhüttenstadt und dem Ruhrgebiet bis heute verbindet.