FOTO: © Jörg Singer
"Ich bin mir selber fremd geworden" / Stimmen aus dem Frauenzuchthaus Hoheneck
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Schatz & Schande
und
Neue Kammer
präsentieren:
Ich bin mir selber fremd geworden - Stimmen aus dem Frauenzuchthaus Hoheneck
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Das Frauenzuchthaus Hoheneck ist ein Sinnbild politischer Verfolgung in der DDR: mit drakonischen, menschenrechtswidrigen Strafmaßnahmen, unwürdigen Haftbedingungen und Zwangsarbeit versuchte der DDR-Machtapparat in vielen tausend Fällen, politische Gegnerinnen zu brechen. Eine außergewöhnliche Performance aus Zeitgenössischer Musik, Choreografie und Licht, konzipiert vom MusikTheater-Kollektiv Schatz & Schande und dem Ensemble Neue Kammer, sucht die künstlerische Auseinandersetzung mit diesen Verbrechen.
Unter dem Titel „Ich bin mir selber fremd geworden“ rücken Gedichte ins Zentrum, die von inhaftierten Frauen während ihrer Zeit in Hoheneck verfasst und 2024 vom Komponisten Philipp Rücker vertont wurden. In vielfältiger Gestalt aus Stimmen und Streichinstrumenten treten die Gedichte in Dialog mit einer Lichtinstallation, die die
Farblosigkeit, Enge und Monotonie des vergitterten Alltags plastisch werden lässt.
Im Anschluss an jede Vorstellung gibt es ein moderiertes Zeitzeuginnen-Gespräch mit ehemaligen Insassinnen Hohenecks, das einen wesentlichen, persönlichen Zugang ermöglicht und auch dem Publikum Raum gibt, Fragen zu stellen und das Gespräch zu suchen. Was entsteht, ist eine gewagte, neuartige Form innerhalb der Erinnerungskultur: Die Künstler*innen machen die beklemmende Gefangenschaft in Hoheneck mit Augen und Ohren greifbar, vermitteln eindringlich eine Ahnung von Ohnmacht und Gewalt - und errichten den inhaftierten Frauen aus ihren eigenen Worten ein machtvolles Denkmal.
Mit dieser Produktion soll gezielt Bildungsarbeit betrieben werden, um besonders auch junge Menschen für das Unrecht der DDR-Regimes und den Wert der Demokratie zu sensibilisieren. Daher werden an allen Veranstaltungsorten sowohl öffentliche Abendvorstellungen, als auch Vorstellungen für Schulklassen gegeben.
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„Diese knappe Stunde bewegt, weil sie den Kopf mit pointierter Musikverwendung und respektvoller Nüchternheit auf das Wesentliche lenkt. Diese Sparsamkeit würde in anderen Projekten das Absacken von Spannung bedeuten, trägt hier jedoch intensiv zur energetischen Dichte bei.“ - Roland H. Dippel, Neue Musikzeitung
„Das Ensemble schafft in seinem sensiblen und raumgreifenden Umgang aus dem Schweigen der Vergangenheit zu entkommen. Ihre Stimmen hallen laut und intensiv durch die Köpfe des Publikums und befreien zugleich damit die ungehörten Frauenstimmen aus Hoheneck.“ - Doreen Sölter, Lehrerin
„Im Mittelpunkt der Produktion steht ohne Kompromisse der Text: die bewegenden Gedichte der inhaftierten Frauen. Alle Kompositionen und der Einsatz von szenischen Mitteln tragen diesen Rechnung. So gelingt es [...] den bisher ungehörten Stimmen und Schicksalen der Frauen von Hoheneck mit ungemeiner Authentizität und Intensität und einen Raum zu geben.“ - Lisa Dressler, Freie Dramaturgin und Projektleiterin
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Gefördert durch:
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte
Kuturstiftung des Freistaates Sachsen
Kulturamt Leipzig
Leipzigstiftung
GLS Treuhandstiftung
Location
Artist | Ensemble
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