Will Quadflieg war ein Star, sein Aufstieg begann im sog. Dritten Reich. Jahrzehnte nach seinem Tod findet seine Tochter Roswitha sein Tagebuch, begonnen kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Es wird Zeit für ein ernstes Gespräch, das es zu Lebzeiten nie gegeben hat.
März 1945: Die Rote Armee rückt täglich näher an Berlin heran. Angst und Verzweiflung grassieren unter der Zivilbevölkerung. Gibt es eine Möglichkeit, zu entkommen? Die Eltern von Roswitha Quadflieg entschließen sich zur Trennung. Er, einer der berühmtesten Schauspieler der Zeit, beginnt, ein Tagebuch für seine Frau zu schreiben. Als ihre Mutter stirbt, findet Roswitha Quadflieg das Tagebuch zusammen mit zahlreichen Briefen des Vaters. Diese Dokumente zeugen nicht nur von Flucht, Angst, Liebe und der Behauptung einer »richtigen« deutschen Kultur, sondern auch von Schuld, falscher Sprache, Lüge und Selbstlüge. Roswitha Quadflieg rekonstruiert 104 Tage im Leben ihres Vaters und konfrontiert ihn posthum damit. Eine beeindruckende Beweisaufnahme, ein erhellendes Zwiegespräch.
Roswitha Quadflieg (*1949 in Zürich) ist die jüngste Tochter des Schauspielers Will Quadflieg. Sie studierte Malerei, Graphik, Illustration und Typografie in Hamburg und arbeitete als Buchkünstlerin und Verlegerin in der eigenen Verlagswerkstatt RaaminPresse am Stadtrand Hamburgs. Seit 1985 schreibt sie außerdem Romane, Theaterstücke und Hörspiele. Heute lebt sie in Berlin.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstr. 35, 35390 Gießen) statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Sascha Feuchert. Der Eintritt ist frei.
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