FOTO: © Cyfrowe Repozytorium Filmowe
ifs-Begegnung: Edimotion mit »Der Filmamateur«
Das sagt der/die Veranstalter:in:
AUF DER LEINWAND
»Der Filmamateur«
Spielfilm, POL 1979, Regie: Krzysztof Kieślowski, Montage: Halina Nawrocka, 117 Min, OmU
Anschließend Filmgespräch mit Filmeditor Andrew Bird, moderiert von Dietmar Kraus (Kurator beim Filmfestival Edimotion)
Filip, ein Fabrikangestellter und frisch gebackener Vater, kauft sich eine 8-mm-Kamera, um die ersten Lebensmomente seiner Tochter festzuhalten. Sein neues Hobby wird am Arbeitsplatz wohlwollend aufgenommen und er erhält den Auftrag, das 20-jährige Werksjubiläum zu dokumentieren. Doch seine zunehmende Begeisterung für die Möglichkeiten des Filmens belastet seine Ehe mit Irka. Und auch seine Vorgesetzten sind nicht mit allen Ideen einverstanden, die er umsetzen will.
»Der Filmamateur« ist eine mit viel Humor gewürzte Satire von Krzysztof Kieślowski, die starke autobiographische Züge trägt. Mit feinsinniger Ironie erzählt der Film von der Trostlosigkeit des damaligen sozialistischen Alltags in Polen, von Einschränkungen durch Zensur und Selbstzensur, sowie vom Filmemachen als lebenswichtiger, aber auch potenziell selbstzerstörerischer Obsession. Der Film gehört zum sogenannten „Kino der moralischen Unruhe“, das in den Jahren 1976 bis 1981 in Polen entstand. Zu dessen wichtigsten Regisseur*innen zählen neben Kieślowski auch Andrzej Wajda, Krzysztof Zanussi und Agnieszka Holland.
Mit »Der Filmamateur« gelang Kieślowski der internationale Durchbruch: Er erhielt den Hauptpreis beim Int. Filmfestival Moskau und den Otto-Dibelius-Preis der Berlinale. Unser Gast, der Editor Andrew Bird, hat das Werk für diese ifs-Begegnung ausgewählt, weil es ihn inspiriert hat, sich selbst auszuprobieren: „Kurz nachdem ich ihn im Kino gesehen hatte, habe ich meine erste Super-8-Kamera gekauft und das Machen von Filmen ebenso lieben gelernt, wie das Erleben von Filmen im Kino.“
Andrew Bird wurde in Hillingdon (England) geboren. Nach einem Germanistikstudium kam er mit einem Stipendium nach Hamburg, wo er seitdem lebt. Er arbeitete als Übersetzer und Dolmetscher und ist seit 1992 als Filmeditor tätig. Mitte der neunziger Jahre lernte er den jungen Fatih Akin kennen. Er half ihm beim Schnitt seiner ersten Kurzfilme – der Beginn einer bis heute andauernden Zusammenarbeit; Andrew Bird ist für die Montage sämtlicher Regiearbeiten Akins verantwortlich. Für seine Montageleistung an »Gegen die Wand« (2004) gewann er erstmals den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm bei Edimotion. Für »Auf der anderen Seite« (2007) wurde er mit dem Preis der deutschen Filmkritik, dem Deutschen Filmpreis, und seinem zweiten Schnitt-Preis bei Edimotion ausgezeichnet. 2025 gewann er bei Edimotion zum dritten Mal, für »Die Saat des heiligen Feigenbaums«. Seit 2023 gehört Andrew Bird zum Vorstand der Deutschen Filmakademie. Er ist auch Mitglied der Europäischen Filmakademie und der Oscar-Academy.
In der Reihe ifs-Begegnung: Edimotion fragen wir Editor*innen nach ihren persönlichen Lieblingsfilmen, deren herausragende Montage sie gerne vorstellen möchten.
Eine Veranstaltung von Edimotion – Festival für Filmschnitt und Montagekunst in Kooperation mit der ifs Internationale Filmschule Köln, im Rahmen des Filmforums NRW e. V. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Köln.
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