Jim Avignon ist einer der bekanntesten und zugleich ungewöhnlichsten deutschen Pop Art-Künstler. Unter dem Titel Jim Avignon: Pop Parade zeigt der Künstler in der 700 qm großen Kunsthalle Pfaffenhofen eine Auswahl von Werken aus den letzten 30 Jahren seiner Schaffenszeit – poppig, politisch und immer am Puls der Zeit.
Jim Avignon bewegt sich zwischen Popkultur, Gesellschaftskritik und künstlerischer Subversion. Seine Werke zeichnen sich durch einen farbenfrohen und comicartigen Malstil aus. Avignons Bildwelten sind bevölkert von überzeichneten Menschenfiguren, vermenschlichten Tieren und lebendigen Dingen. In seinen Bildern setzt er sich wiederholt mit Themen wie der Konsumgesellschaft, der Digitalisierung und den Herausforderungen der modernen Welt auseinander. Er zitiert große Werke der Kunstgeschichte und katapultiert sie mit einem Augenzwinkern in die Gegenwart . Mit seiner unverwechselbaren Handschrift, die sich durch leuchtende Farben, reduzierte Formen und klare Umrisslinien auszeichnet, vermag er es, ernsten Themen eine humorvolle, teils auch skurrile Note zu geben. Avignons gleichzeitig ironischer und liebevoller Blick auf die Welt überträgt sich in all seinen Werken.
Ein zentraler Aspekt im Werk von Jim Avignon ist die sehr schnelle Ausführung: Seine vielen, in hohem Tempo produzierten Werke erlauben es ihm, sie zu teils sehr niedrigen Preisen zu verkaufen. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn zog er die Aufmerksamkeit mit spektakulären Aktionen auf sich, zum Beispiel während der „documenta IX“ 1992: Unter dem Motto „destroy art gallerys“ malte er drei Wochen lang täglich ein großformatiges Bild, um es am Abend im Rahmen eines öffentlichen Spektakels wieder zu zerstören. Bekannt ist auch seine 24-stündige Mal-Aktion in der Stuttgarter Galerie Schacher 2017. Die von ihm bemalten Wände wurden direkt im Anschluss wieder weiß übertüncht. Jim Avignon bleibt für den klassischen Kunstbetrieb bewusst schwer zu greifen.
Jim Avignon ist zudem ein außergewöhnlicher Musiker. Als er Ende der 1980er in Berlin angekommen war, war sein Wirken zunächst untrennbar mit dem Sound der zusammenwachsenden Stadt – der Technomusik – verbunden. Dies brachte ihm den Titel „Tizian des Techno“ ein. Am 28. Juni, zur Langen Nacht der Kunst und Musik, wird er unter seinem Pseudonym „Neoangin“ ab 22 Uhr ein Konzert geben, davor kann man ihn von 17 bis 19 Uhr beim Livepainting antreffen.