Vorführung anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Mit KAPÒ schuf Gillo Pontecorvo einen der ersten europäischen Spielfilme, die das Grauen der nationalsozialistischen Konzentrationslager ins Zentrum rücken. Im Mittelpunkt steht die junge Jüdin Edith, die nach der Deportation ins Lager nur mit Hilfe einer neuen Identität überlebt. Als sogenannte Kapo, eine von der SS eingesetzte Gefangene mit Aufsichtsfunktion, wird sie Teil eines Systems, das Überleben mit Schuld und moralischer Ambivalenz verbindet.
Der filmhistorische Stellenwert von KAPÒ liegt nicht nur in seiner frühen fiktionalen Auseinandersetzung mit der Shoah, sondern auch in der intensiven kritischen Rezeption: Jacques Rivette etwa warf dem Film eine fragwürdige Ästhetisierung des Leids vor – ein Vorwurf, der eine bis heute andauernde Debatte über Ethik und Verantwortung in der filmischen Darstellung der Shoah auslöste. KAPÒ markiert damit einen Wendepunkt im europäischen Nachkriegskino – als Werk, das die politische Dimension des Überlebens ebenso thematisiert wie die Grenzen der filmischen Repräsentation historischer Verbrechen.
Der Film wird am 29.1. um 20 Uhr (ohne Einführung) ein weiteres Mal gezeigt.
Einführung am 27.1.: Joachim Manzin
(Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums)
Preisinformation:
Eintrittspreise 7 Euro · ermäßigt 5 Euro · mit Black-Box-Pass 4 Euro · Kartenreservierung Tel 0211 - 8992232
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