FOTO: © Mitglieder des Projekts PROBAMA © PROBAMA
Koloniale Sammlungen gemeinsam neu denken: Ein Forschungsprojekt zwischen Deutschland, Mali und Frankreich
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Konferenz und Diskussion mit den Projektmitgliedern des Provenienzprojektes PROBAMA
Das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) veranstaltet am 15. und 16. Juni 2026 in Hamburg einen abschließender Workshop des internationalen Forschungsprojekts PROBAMA. Der Workshop vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Partnerinstitutionen in Deutschland, Frankreich und Mali. Im Fokus stehen zentrale Fragestellungen der Provenienzforschung zu musealen Sammlungen, die im kolonialen Kontext entstanden sind, auf der Grundlage einer vergleichenden Analyse von Museumsbeständen und historischen Archiven.
Das Projekt PROBAMA untersucht die Bedingungen der Sammlung, Bewegung und Dokumentation von zwischen 1880 und 1914 als „Bamana“ klassifizierten Objekten, die unter anderem im MARKK und im Musée du quai Branly – Jacques Chirac aufbewahrt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den von dem deutschen Ethnologen Leo Frobenius während seiner Expeditionen in Westafrika (1907–1909) zusammengetragenen Sammlungen sowie auf Objekten, die um 1900 von französischen Akteuren aus Militär, Kolonialverwaltung und Wissenschaft gesammelt wurden.
Die vergleichende Analyse dieser Bestände ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit Erwerbspraktiken, Akteursnetzwerken sowie den politischen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung. Darüber hinaus thematisiert der Workshop methodische Ansätze der Provenienzforschung, die Arbeit mit Archiven sowie aktuelle Formen der Zusammenarbeit zwischen europäischen und afrikanischen Institutionen.
Die Projektmitglieder von PROBAMA präsentieren zentrale Forschungsergebnisse und diskutieren anschließend mit dem Publikum über gegenwärtige Herausforderungen im Umgang mit kolonialen Sammlungen.
Programm
Vormittags:
Wissenschaftliche Konferenz, Zwischenraum | MARKK
09:30 – 11:30 Uhr | Das ProBama-Projekt im Kontext der Provenienzforschung
11:45 – 13:00 Uhr | Vergleichende Perspektiven auf Bamana-Sammlungen
Vorträge von eingeladenen Expert:innen
11:45 – 12:00 Uhr | Der Begriff „Bamanaya“ in der Anthropologie
Dr. Jean-Paul Colleyn, EHESS (Paris)
12:00 – 12:15 Uhr | Auf der Suche nach Bamanaya in Archäologie und Geschichte
Dr. Nikolas Gestrich, Frobenius-Institut (Frankfurt)
12:15 – 12:30 Uhr | Rückbesinnung auf das Himmelheber-Archiv: Gemeinsame Forschung und kuratorische Praktiken zwischen Abidjan und Zürich
Dr. Michaela Oberhofer, Museum Rietberg (Zürich)
12:30 – 13:00 Uhr | Offene Diskussion
Moderation: Dr. Benoît de l’Estoile, (MQBJC)
Abends:
18:30 – 19:15 Uhr | Allgemeiner Überblick über den Projektkontext, Herausforderungen der Provenienzforschung, Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Mali
Dr. Gaëlle Beaujean, Prof. Dr. Barbara Plankensteiner
19:15 – 19:30 Uhr | Screening mit Dr. Chéhibou Coulibaly
19:30 – 20:30 Uhr | Podiumsdiskussion mit dem Publikum
Teilnehmer:innen: Dr. Chéhibou Coulibaly, Dr. Hélène Ivanoff, Dr. Benoît de l’Estoile, Aziz Sandja
Moderator: Dr. Richard Kuba
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