FOTO: © Marion Wenzel, Pleinair Mikroelektronik Frankfurt (Oder), 1989

Robotron. Code und Utopie: Ein Künstlerinnengespräch mit Marion Wenzel und Franciska Zólyom

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Die Fotografin Marion Wenzel spricht mit Franciska Zólyom über ihre Arbeit.

1988 kommt die Leipziger Fotografin Marion Wenzel in das VEB Halbleiterwerk Frankfurt (Oder). Schon im Jahr darauf wird die Produktion von Mikrochips und Transistoren eingestellt. Doch jetzt werden sie noch gefertigt, für die DDR, die Sowjetunion und Länder wie Polen, Rumänien oder die Tschechoslowakei. An den Anlagen arbeiten vorwiegend Frauen. Die Fertigung der empfindlichen Halbleitertechnologie erfolgt in sogenannten „Reinräumen“. Keinerlei Schmutzpartikel sollen eindringen. Die Arbeiterinnen betreten sie durch eine Schleuse. Zuvor schlüpfen sie in spezielle Anzüge und ziehen sich Hauben über den Kopf. Wenzel, die als Künstlerin vor allem die Veränderung der Landschaft um Leipzig durch den Braunkohleabbau fotografiert, kommt im Rahmen eines „Pleinairs“ zusammen mit anderen Künstler*innen in das Werk. Sie fotografiert einige Bilder im Mittelformat und mit direktem Blitzlicht, um Nähe zu schaffen, Details einzufangen und die Arbeitssituation mit der hochsensiblen Technologie zu beschreiben. Noch bevor sie die Reihe erweitern kann, ist das Werk Geschichte.

Das Gespräch findet im Rahmen der Ausstellung Robotron. Code und Utopie statt.

Marion Wenzel studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Evelyn Richter. Angeregt von ihrer Professorin begann sie Anfang der 1980er Jahre die Tagebaue im Süden Leipzigs zu fotografieren. Über mehrere Jahrzehnte hinweg schuf sie ein Archiv, das die menschengemachten Veränderungen der Landschaft und die damit einhergehenden Umweltzerstörungen sichtbar macht. Von 2005 bis 2025 war Wenzel als Sammlungsfotografin für die Universität Leipzig tätig, für die sie in zahlreichen Aufnahmen die Universitätsgeschichte, etwa den Abtransport des Karl-Marx-Reliefs, den Abriss der sozialistischen Campusgebäude sowie den Bau des Paulinums dokumentierte.

Preisinformation:

Der Eintritt ist im Ausstellungsticket inbegriffen.

Location

Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig Karl-Tauchnitz-Str. 9-11 04107 Leipzig

Organizer

GfZK Leipzig

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