FOTO: © Juliet Fraser

Lament: a ritual of letting go

Das sagt der/die Veranstalter:in:
Lieder begleiten viele wichtige Momente des Lebens, seien es Feste, Übergänge zwischen verschiedenen Lebensphasen, Prozesse der Heilung oder des Trauerns. Das Lamento – die musikalische Klage – ist der Ausgangspunkt für Juliets Frasers neues performatives Projekt. Mit einem kleinen Ensemble kreiert sie ein einstündiges „Ritual des Loslassens“. Die Musikerinnen begeben sich gemeinsam auf eine Suche zwischen Genres, historischen Zeitebenen und Traditionen, um etwas „einzigartig Raues, Zeitloses und Verbindendes“ zu schaffen.

In Lament: a ritual of letting go kommen fünf Musikerinnen für ein Ritual zusammen, das sie aus Musik und Bewegung formen. Die beiden Sängerinnen, eine Violinistin, eine Santur- und eine Keyboardspielerin ziehen ihre Inspiration dabei aus bestehenden Ritualen, die das Zirkuläre ins Zentrum stellen: kanonische Stundengebete, mit handwerklichen Tätigkeiten assoziierte traditionelle Wechselgesänge oder die langsame Bewegung einer Trauerprozession. Ältere Musik begegnet in dieser Performance neuen Auftragswerken, sodass die Stücke über Zeiten und Weltregionen hinweg miteinander kommunizieren. Das Repertoire umfasst byzantinische Hymnen von Kassia, polyphone korsische Lieder, französische und schottische Folksongs, sowie Lieder der Sehnsucht aus unterschiedlichen Zeiten, von Josquin Desprez und Catherine Lamb. Außerdem fließen Lamenti von Soosan Lolavar, Luke Nickel, Christopher Trapani und James Weeks ein, die das Ensemble beauftragt hat. Die Inszenierung ist bewusst minimalistisch und verwendet verschiedene Gesten aus häuslichen und liturgischen Kontexten, wodurch sich das Konzert in ein leicht zugängliches und zutiefst persönliches Ritual verwandelt.

Die britische Sopranistin Fraser reagiert mit Lament: a ritual of letting go auf ein Verschwinden des gemeinschaftlichen Singens, das sie wiederentdecken und mit neuen Impulsen beleben möchte. Zugleich ist die Performance Ausdruck einer persönlichen Krise der Künstlerin im Verhältnis zu einem rein perfektionistischen, professionellen Singen. „Von der ‚Kunst‘ des Singens abzulassen und die Klage als Befreiung zu verstehen, war ein langsamer und schmerzhafter Prozess, aber die Trauer – um enttäuschte Erwartungen, gescheiterte Träume und eine geliebte verstorbene Person – ermöglichte mir, meinen Weg zu finden. Ich habe mich zurück zum Gesang ‚geklagt‘.“ Frei von Nostalgie zelebriert das Ensemble die Ausdrucksvielfalt der Stimme mit dem Wunsch, die Lücke zwischen Musik und Sängerin, aber auch zum Publikum ein wenig zu schließen.

 

Programm

Trad. (schott.) MacCrimmon’s Lament

Korsische Polyphonie Miseremini mei

Korsisches Lied Com’aqua linda

Soosan Lolavar Our Sunken World (2025)

Johann Paul von Westhoff Imitazione delle campane aus Violin-Sonate Nr. 3

Josquin des Prez Baisiez moy

Trad. La Louison

Kassia Hymn to Pelagia

Christopher Trapani Μοιρολόι (2025)

Catherine Lamb Duo (Love) aus the being/the world (2023/24)

Keening at the threshold | Klagelaute an der Schwelle

Luke Nickel O ays f (2025)

James Weeks Bird-becoming (2025)

 

Besetzung

Juliet Fraser – Sopran

Christelle Monney – Mezzosopran

Sarah Saviet – Violine, Viola

Soosan Lolavar – Santur

Eliza McCarthy – Keyboard, Shrutibox 

Preisinformation:

Eintritt frei, kostenloses Ticket erforderlich.

Location

Berliner Festspiele Schaperstraße 24 10179 Berlin

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