Árpád Forgó (*1972), bildender Künstler, lebt und arbeitet in Budapest, ist ein Vertreter der traditionsreichen „Shaped Canvas“-Bewegung in der ungarischen zeitgenössischen Kunstszene. Er erforscht Modularität und Wahrnehmung, die er als spannende Bereiche betrachtet, um die Grenzen eines Wandwerks zu erweitern. Er entwickelt weiterhin geformte Leinwandpaneele und baut durch isometrische Transformationen blockartige, hohle, symmetrische oder asymmetrische modulare Kompositionen auf. Zudem experimentiert er intensiv mit verschiedenen zusammengesetzten Malverfahren, um die Wahrnehmung des Betrachters nicht nur durch die Struktur, sondern auch durch das Material herauszufordern.
In den Arbeiten von Hanna Kaminski (*1988 in San Francisco, lebt und arbeitet in Berlin) gleicht der Bildträger einer Landschaft aus changierenden Farbaufträgen, in denen die Formen durch sich überlagernde Farbschichten entstehen. Die Bilder präsentieren eine offene, surreale und cartooneske Bildsprache. Immer an der Grenze des Erkennbaren, bereits Gesehenen, entziehen sich die Formen jeder allzu schnellen Deutung. Für Hanna Kaminski ist das Medium der Malerei ein Hilfsmittel, um anfängliche, motivische Vorstellungen aufzulösen und eine eigene Formsprache zu entwickeln. Zufällige Momente im Arbeitsprozess erfordern ihre aktive, bewusste Reaktion und halten die Entstehung ihrer Bilder in ständiger, produktiver Spannung. Dabei ist es nicht nur das Motiv, das erzählt, sondern auch das Medium selbst. Spuren von übermalten Schichten sprechen von Zeit und dem Prozess ihrer Arbeit.