Lesung mit der Autorin und Journalistin Pascale Hugues zur Neuerscheinung des Romans "So voller Leben".
Yvette wird im elsässischen Colmar geboren im Jahr der Großen Depression. Ihre Eltern wünschen sich einen Jungen und bekommen ein Mädchen. Mal Französin, mal Deutsche, wechselt sie im kriegsgeschüttelten Elsass drei Mal die Nationalität, die Sprache und sogar den Vornamen. Später, als erwachsene Frau, schwankt sie zwischen Bourgeoisie und Aufruhr, zwischen Patriarchat und Feminismus. Yvettes Leben ist stets zwischen zwei Polen, ein Spiegel ihrer Krankheit.
Pascale Hugues erfuhr als Kind nicht, warum ihre fürsorgliche Mutter wochenlang verschwand. Die Erwachsenen sagten ihr nicht, dass sie in der Klinik war. Hugues zeichnet das Bild einer Zeit, in der psychische Krankheiten ein Tabu sind, die man hinter schützenden Lügen verbirgt. In diesem Buch kommt sie ihrer Mutter, die so voller Leben war, wieder näher.
Im Rahmen der Ringvorlesung Frankreich "Was uns prägt: Identité(S) e mutation" in Kooperation mit dem Institut français Bonn, der Romanistik der Uni Bonn und dem CERC.
Zur Webseite: https://www.ifb.uni-bonn.de/kultur/veranstaltungen/ringvorlesung-was-uns-praegt-identite-s-en-mutation