FOTO: © © Ed Tadevossian, Goethe-Institut Armenien
Live-Konzert @KAMUNA: Exoplanetary Fictions
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Wie können wir unsere Perspektive wechseln, und die Erde als extraterrestrischen Planeten hören? Die Global Sonic Research Resident:in Jiyoung (Chloe) Yoon erforscht gemeinsam mit den Künstler:innen Vardan Harutyunyan und Başak Günak, wie wir über das menschliche Hören hinaus exoplanetare Dimensionen durch Sound erfahrbar machen.
Programmreihenfolge: Başak Günak (20 min.), Jiyoung (Chloe) Yoon (20 min.), Pause, Vardan Harutyunyan (30 min.)
Als Teil der KAMUNA im Klangdom des ZKM | Kubus verschmelzen drei residenzbasierte Forschungskontexte zu einer auditiven Expedition jenseits irdischer Klangwelten. Ausgehend vom Residenzprogramm "Global Sonic Research" des ZKM | Hertzlab in Kooperation mit Arts Council Korea (ARKO), dem European Center for the Arts HELLERAU sowie meteorologischen Daten von EUMETSAT, enthierarchisiert Jiyoung Yoon unser menschliches Hören. Welche Frequenzen nehmen wir noch wahr, wenn wir unseren Planeten verlassen? Menschliche Stimmen rücken in den Hintergrund und urbane Verkehrsgeräusche in den Vordergrund. Jiyoung befasst sich mit der Umkehr in der Hierarchie unserer Klangwahrnehmung und stellt die Durchschlagskraft von Frequenzen in den Vordergrund.
Gleichzeitig erweitert die transkulturelle Forschung "Stellar Frequencies" initiiert vom Goethe-Institut Armenien in Kooperation mit dem ZKM | Hertzlab diesen kosmischen Resonanzraum um eine geopolitisch und historisch verankerte Perspektive. Vardan Harutyunyan und Başak Günak, beide Residenzstipendiat:innen des ZKM | Hertzlab, spannen im Klangdom einen Bogen zwischen den Ruinen des armenischen Weltraumzentrums "Aragats" – einst peripherer Schauplatz sowjetischer Raumfahrtambitionen und SETI-Forschung – und zeitgenössischen Theorien des Planetarischen. Die Verfallsstrukturen von Aragats, Zeugen eines imperial gesteuerten "Space Race", fungieren dabei als klangliches Erinnerungsarchiv, das Fragen nach Verantwortung, technologischer Machbarkeit und postkolonialer Zukunftsschreibung in den Raum stellt. Im Dialog mit dem MARS!-Projekt des ZKM | Hertzlab entfalten sich ihre Arbeiten zu einer auditiven Kartographie, die sowjetische Raumfahrtgeschichte mit aktueller Klimadatenforschung und den spektralen Eigenschaften marsianischer Atmosphären verbindet.
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