Die amerikanische Harfenistin Mary Lattimore verzaubert den 674 Konzertraum mit verträumten Ambientklängen und Soundscapes. Vier Tage nach Karneval genau die richtige Klangwelt, um die durcheinander geratenen Sinne wieder zu ordnen und den Restalkohol im Körper beim Wegschweben zu beobachten.
Obwohl die Harfe den Ruf eines rein klassisches Instrument hat, schafft es Mary Lattimore aus Los Angeles, ihre Musik in eine ganz neue Richtung zu lenken. Sie kombiniert geschickt Elemente aus dem Post-Rock, Ambient und Experimentalmusik, um einen Klangraum zu schaffen, der jenseits jeglicher Genre-Grenzen liegt.
Mit minimalen Mitteln sorgt Mary Lattimore seit 2014 für maximale Wirkung. Stück für Stück, fast schleichend, entführt Lattimore mit ihren ruhigen Ambient-Kompositionen in eine seidenweiche Traumwelt, in der unterbesetzte Schulen, SUVs und Kriegstüchtigkeit keine Existenzberechtigung haben. Es verwundert nicht, dass die Gestalterin von magischen Universen im Laufe der Jahre immer wieder gebeten wurde, Soundtracks zu kreieren und Beiträge zur Musik anderer zu leisten. Zum Beispiel hat sie mit Pulp-Frontmanns Jarvis Cocker, Thurston Moore von Sonic Youth, Sharon Van Etten und Kurt Vile zusammen Tracks aufgenommen und live gespielt.
Auf ihrem vielschichtigen neuen Album Goodbye, Hotel Arkada (erschienen auf dem Label Ghostly International) wird Lattimore u.a. von der Slowdive-Sängerin Rachel Goswell, Lol Tolhurst von The Cure, Meg Baird und Roy Montgomery unterstützt. Doch Lattimores Harfe bleibt immer die Protagonistin: Fast ein Jahrzehnt nach ihrem Debüt hat ihre Musik nichts von ihrer Melancholie und ihrem Geheimnis verloren.
Bandcamp - Mary Lattimore
Ghostly International - Mary Lattimore - Goodbye, Hotel Arkada
Review Goodbye, Hotel Arkada in ‘No More Workhorse’
Review Goodbye Hotel Arkada in ‘Narc Magazine’
Support Act HUMMING AMPS ist Kevin Doria aus Olympia, Washington, der u. a. in den Bands GROWING, Hiss Tracts, Total Life, und Sing Sinck, Sing mitwirkt. Kevin spielt eines seiner energiegeladenen Solosets und wird den 674FM Konzertraum mit einer schönen Dosis Drones beglücken, was nach dem Tod von Phill (“It’s Not Loud Enough”) Niblock bitter nötig ist. Kevin ist beseelt von dem hartnäckigen Wunsch allen Ungeliebten zu gefallen und lässt seine Klangwelten am liebsten über vom Rost zerfressenen Lautsprechern erklingen, was in den Räumlichkeiten von 674FM leider schwer umzusetzen ist ;).
Bandcamp - HUMMING AMPS
Bandcamp - GROWING