FINITE JEST ist die Anatomie eines Witzes. Der Witz geht so: Alle sterben. Die Frage ist: Können wir gemeinsam in einem Theater darüber lachen? In ihrer neuen Solo-Performance zeigt Melanie Jame Wolf, dass wir es müssen. Die Choreografin, Performerin und Künstlerin geht von ihren eigenen Begegnungen mit dem Tod und dem (beinahe) Sterben aus, von ihren Erfahrungen mit einer Brustkrebserkrankung, dem Tod von Freund*innen, dem Trauer-Scrollen auf ihrem Handybildschirm und dem Großziehen eines fünfjährigen Kindes, das fragt: »Was passiert, wenn wir sterben?« Im Stand-up sagt man: Wenn ein Witz nicht funktioniert, »sterben« Comedians auf der Bühne; Stand-up — drop dead. FINITE JEST testet diese Grenze, an der der Witz stirbt, und zeigt ganz grundsätzlich, wie wir Humor nutzen können, damit die Tatsache des Todes und die unvermeidliche Trauer gelegentlich erträglich werden. Melanie Jame Wolf, die neben Theaterarbeiten auch Soloausstellungen als Bildende Künstlerin und Performances, u. a. mit Ania Nowak, realisiert hat, greift dabei auf archetypische Bilder zurück. Sie benutzt Shakespeare, die Figur des Narren und Stand-up-Comedy, um Konventionen zu hinterfragen, wie wir trauern, wie wir über das Sterben nachdenken und wie eine Moral rund um diese Themen entsteht. Ihr gelingt dabei das Kunststück einer sehr lustigen, gleichzeitig ernsthaften und vor allem tief berührenden Arbeit über den Tod und das Leben.
KONZEPT, TEXT, BÜHNENBILD, TON, KOSTÜMDESIGN, PERFORMANCE Melanie Jame Wolf OUTSIDE EYE Agnė Auželytė DRAMATURGIE Louise Trueheart
PRODUKTION Melanie Jame Wolf / Savage Amusement IN KOPRODUKTION MIT Sophiensæle. MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG der Schwankhalle Bremen und in Koproduktion in Residenz bei O Espaço do Tempo und der Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung.
Preisinformation:
9–22 Euro (50 % erm. mit Festivalkarte)