„Ich werde verschwinden und nichts verborgen haben.“ – Hervé Guibert (Globe, 1992)
Hervé Guibert arbeitet sich in seinen Texten, Fotografien und Dokumentarfilmen Ende der 1980er-Jahre auf einzigartige Weise an seiner Aids-Erkrankung und an der seiner Mitmenschen ab. In seinen Texten verbindet er radikale Ehrlichkeit – die Offenlegung aller Geheimnisse, das Buchführen über jede Träne – mit einer zutiefst persönlichen Selbstreflexion: Was kann es bedeuten, in aussichtslosen Zeiten zu schreiben, zu fotografieren, zu dokumentieren? Was kann es bedeuten, sich selbst schonungslos zu veröffentlichen und damit zu verewigen?
Ruben Müllers Abschlussinszenierung widmet sich den Texten Guiberts, die ohne Happy Ends auskommen müssen. Sie deswegen zu vergessen, ist keine Option. Welche Rolle also können sie heute im Erinnern und Träumen für unser (queeres) Leben spielen? „Mitleidsprotokoll – every tear recorded“ stellt sich dem Paradox, dass unsere Vorstellungen von einer gerechteren, freieren Zukunft aus Erinnerungen von Schmerz, Stigmatisierung und Verlust erwachsen müssen.
Preisinformation:
10 €, ermäßigt 5 €
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