FOTO: © Janet Sinica

Music for Commons Sensed++

Das sagt der/die Veranstalter:in:
Das kooperative und mehrteilige Konzertprojekt Music for Commons Sensed++ spürt der Kraft der Musik nach, Gemeinsamkeit zu ermöglichen und erlebbar zu machen. Die Musiker*innen, die über Länder- und Genregrenzen hinweg in verschiedenen Konstellationen aufeinandertreffen, begegnen einem Publikum, das in unerwartete Hörerfahrungen und ein verändertes Raumerleben eintauchen kann. Die Konzerte rücken Musik als komponierten Klang in den Fokus: Echos, Artefakte, Störungen und das Unerwartete werden zu tragenden Elementen, während Melodie und Rhythmus in den Hintergrund treten. Hören wird zu einem aktiven, sich wandelnden gemeinsamen Akt des Entschlüsselns, in dem Bedeutungen nicht vorgegeben sind, sondern fortwährend zwischen Ohr und Welt neu verhandelt werden.

Mit central spark in the dark und Martial Partial, ihrem neuen Stück für Schlagzeug und Elektronik, treiben die Musiker Dirk Rothbrust und Jan St. Werner ihre kreativen und performativen Energien an die Grenzen. central spark in the dark erkundet und dynamisiert die Beziehungen zwischen Elektronik und Akustik, zwischen Klang aus Lautsprechern und Perkussionsinstrumenten, zwischen den Reflexionen im Raum und dem Klangbild im Kopf der Zuhörenden. Die mehrkanalige Mischung erlaubt den kompositorischen Elementen eine erweiterte Räumlichkeit, in der jeder Funke das Zentrum eines klanglichen Universums sein könnte.

Martial Partial intensiviert diese Klangsprache und bewegt sich an den Rändern von Organisation, Chaos und Spielbarkeit. Rhythmische Strukturen verdichten sich, fragmentieren und brechen auf, während klangliche Identitäten zerfallen. Das Stück erforscht jene flüchtigen, oft übersehenen Mikrosekunden, in denen ein Klang erstmals hörbar wird, bevor er eindeutig benannt werden kann. Diese Anfänge werden vergrößert, seziert und in explosiven, mikroskopisch bearbeiteten Klängen in den Aufführungsraum geschleudert. Das Ergebnis ist eine sich ständig verändernde Klangarchitektur, die räumliche Reflexionen und Wahrnehmungsstörungen hervorruft und den Raum selbst als lebendiges Instrument aktiviert.

Sine Field untersucht die Interaktion zweier sehr unterschiedlicher Klangquellen: Dudelsack und Elektronik. Das Frequenzspektrum von Erwan Keravecs Dudelsack wird von einem Strom elektronischer Klänge von Jan St. Werner gespiegelt und erweitert. Das elektronische Signal evoziert otoakustische Emissionen – subtile akustische Reaktionen, die im Innenohr durch intensive und präzise gestimmte Frequenzen ausgelöst werden.

Nicolas Morrishs Komposition Midwinter für Dudelsack und mehrkanalige Elektronik untersucht rauhe sowie nicht-lineare Feedbackelemente und entwickelt aus ihnen klangliche Texturen, die hybride elektronisch-akustische Klangphänomene entstehen lassen. Midwinter betrachtet die alte künstlerische Praxis des Dudelsacks aus der Perspektive aktueller elektronischer Technologie und Ästhetik. Soziale Aspekte des Instrumentalspiels, das verschiedene Blastechniken unterschiedlicher Kulturen verbindet, spinnen sich wie Fäden durch die facettenreiche Komposition.

Erwan Keravec präsentiert überdies Wolfgang Mitterers Attacca. Mitterers Werke, in denen er eine Sprache zwischen extremer Spannung und Komplexität entwickelt, oszillieren zwischen Komposition und offener Form. Charakteristisch ist die Kombination kontrastierender Elemente, auch aus verschiedenen Musiksprachen, sowie die stete Suche nach unvorhersehbaren musikalischen Momenten.

 

Programm

Dirk Rothbrust / Jan St. Werner

central spark in the dark (2018)

für Schlagzeug und Elektronik

Kompositionsauftrag des WDR

Martial Partial (2026)

für Schlagzeug und Elektronik

Uraufführung

Erwan Keravec / Jan St. Werner

Sine Field (2026)

für Dudelsack und Elektronik

Uraufführung

Nicholas Morrish

Midwinter (2026)

für Dudelsack und mehrkanalige Elektronik

Uraufführung

Wolfgang Mitterer

Attacca (2026)

für Dudelsack

Uraufführung

 

Besetzung

Jan St. Werner – Elektronik

Erwan Keravec – Dudelsack

Dirk Rothbrust – Perkussion

Preisinformation:

Eintritt frei, kostenloses Ticket erforderlich.

Location

Berliner Festspiele Schaperstraße 24 10179 Berlin

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