Musik-Performance von Lina Zylla
"Floating through purple shadows“
zur Finissage der Ausstellung „Sichtbar. Verknüpft. Frei. – 100 Jahre GEDOK“
Lina Zyllas medienübergreifenden Performances und Installationen kombinieren sich in einer malerischen Logik, dabei reagieren räumliche Setzungen auf live entwickelte Soundlandschaft, wie z.B. ein Pinselstrich an der Wand, farbige Folien, ihre Reliefs aus Glas, Keramik oder Latex oder eine Videoprojektion. In ihren Performances steht im Zentrum meist das musikalische Gedächtnis als ein Ort, an dem sich Wahrnehmung, Erinnerung und Konstruktion überlagern. Dabei bezieht sie sich auf die Orte ihrer Umsetzung: Hier ist es das Maximiliansforum. Sie lässt hier unter anderem selbst aufgenommene Klänge der Unterführung mit einfließen, wie z.B. das Donnern der Tram im Untergrund oder das imaginierte Klappern einer Rolltreppe.
Die aufgenommenen und live eingesungenen Stimmen werden dabei nicht nur als Gegenüber, sondern vor allem als Erweiterung eines fragmentierten Bewusstseins eingesetzt. Zylla arbeitet mit Sampling als offener Praxis: Fragmente aus Videos, Gesprächen, eigenen Texten und KI-Stimmen werden gesammelt, gefiltert, verschoben und neu montiert. Daraus entstehen Schichtungen, das Mentale wird hörbar gemacht als Prozess des Erinnerns, Filterns, Festhaltens und Wiederholens.