Nation of Language aus New York City bewegen sich musikalisch zwischen Synthpop, Minimal Wave, Post-Punk, Goth und New Romantic. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz der Band aus.
Das aktuelle, vierte Album Dance Called Memory der Band entstand in einer schwierigen persönlichen Phase. Sänger Devaney schrieb viele Songs, indem er melancholisch auf der Gitarre spielte, um mit seinen Depressionen umzugehen. Die Musik des Albums wirkt atmosphärisch, offen und emotional – weniger kühl und technisch, sondern bewusst warm und verletzlich.
Bereits die ersten beiden Alben Introduction, Presence (2020) und A Way Forward (2021) wurden während der Pandemie zu wichtigen Soundtracks für viele Menschen. Der große Durchbruch kam jedoch mit Strange Disciple (2023), das unter anderem von Rough Trade zum „Album des Jahres“ gewählt wurde. Kritiker*innen lobten besonders die Weiterentwicklung und Größe des Sounds der Band.
Inhaltlich beschäftigt sich Dance Called Memory stark mit Verlust, Vergänglichkeit und zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Single „Now That You’re Gone“ entstand nach dem Tod von Devaneys Patenonkel und thematisiert auch die Belastung und Liebe von Menschen, die Angehörige pflegen. Gleichzeitig geht es um Freundschaften, die Halt geben – aber auch um Beziehungen, die auseinanderbrechen.
Auch der Song „I’m Not Ready for the Change“ greift diese Themen auf. Devaney beschreibt darin das Gefühl, wie schnell sich das Leben verändert und wie Menschen mit der Zeit auseinanderdriften. Ein altes Partyfoto mit ehemaligen Paaren und Freunden inspirierte ihn zu dieser Reflexion über Vergänglichkeit und Erinnerung.
Für die Produktion arbeitete die Band erneut mit Nick Millhiser zusammen, der bereits Strange Disciple produziert hatte. Musikalisch experimentiert die Gruppe diesmal stärker mit verschiedenen Klangwelten: von verträumten, shoegazeartigen Elementen bis hin zu elektronischen Sounds der frühen 2000er.
Devaney betont, dass ihn zwar Bands wie Kraftwerk stark beeinflusst haben, er sich bei diesem Album aber eher an Brian Enos Idee orientierte, elektronische Musik möglichst emotional klingen zu lassen. Gerade in einer Zeit, in der künstliche Intelligenz kreative Prozesse zunehmend ersetzt, wollte er bewusst ein Album schaffen, das echte Gefühle und menschliche Erfahrungen in den Mittelpunkt stellt.