FOTO: © Maik Floeder / NDR

NDR Bigband - Django Bates - Ode to Joy

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Abo #2

Django Bates - Ode to Joy

Django Bates (p, comp)

Nikki Iles (cond)

NDR Bigband

„Unser Klavier hatte eine Taste, die sich verschoben hatte, so dass sie zwei Töne spielte. Ich steckte eine Reißzwecke hinein, damit sie den richtigen Ton traf. Aber jedes Mal, wenn man diesen Ton spielte – ich glaube, es war ein Fis –, klapperte es und es gab ein „Doioioioing“! Das hatte eine gewisse Wirkung auf mich.“

Auf diesem Kindheitserlebnis begründete sich eine große Musikkarriere. 1960 in Kent geboren, wurde der Multi-Instrumentalist und Komponist Django Bates zur Ikone musikalischer Klingelstreiche: auf die Knöpfe verschiedener Ästhetik drücken, gucken, was passiert und dann schnell woanders hinrennen. „Hinter jeder Ecke wartet ein neuer Fehler“, heißt es in einem seiner Titel, „einfach zu gut, um ihn zu verpassen.“

Zur richtigen Zeit das Falsche tun, und damit richtig was anstellen - in den 1980er-Jahren klackerte dieser Monty Python des Jazz öffentlichkeitswirksam durch die „losen Röhren“ der 21-köpfigen Großformation Loose Tubes. 1991 gründete Bates eine eigene Big Band, die Delightful Precipices, kurz darauf das Powder Room Collapse Orchestra und den Circus Umbilicus, eine quietsch-bunte, musikalische Zirkus-Show. Dazu schuf er Groß-Kompositionen, u. a. für die Perkussionistin Evelyn Glennie und das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, schrieb Klavierkonzerte und Ballettmusiken, gewann 1997 den dänischen Jaspar-Prize, den Oscar des internationalen Jazz.

Bates stellt ihn schwindelerregend auf den Kopf. Er schafft klassische Musik aus schmalzigem Swing („Wir werden ein wunderschönes, wunderschönes, wunderschönes, wunderschönes, WUNDERSCHÖNES altes Lied auf eine schreckliche neue Art spielen.“), Rhythmen, die sich selbst ein Bein weghauen („wozu in ein Konzert gehen, wenn da nichts passiert?“), bringt ein virtuoses Bebop-Saxofon durch Lärm zum Schweigen und ringt verträumte Balladen mit betrunkenen Horden an Dissonanzen nieder.

Für Ode to Joy hat Bates Stücke aus dem 2008 veröffentlichten Album Spring Is Here (Shall We Dance?) ausgewählt, dazu neuere Werke wie „Shorter Side Up“, in Erinnerung an den großen Menschen und Musiker Wayne Shorter geschrieben, sowie eine typische „Bates Beats the Beat“-Interpretation des Disco-Hits „Ain’t No Stoppin’ Us Now“. Denn tatsächlich ist dem Ikonoklast die Ikone keine Last, Ironie und Aufrichtigkeit jagen sich gegenseitig die Treppen hoch, keiner holt den andern ein. Und deshalb steht auf dem Programm auch „The Right To Smile“, das in eine „feierliche Interpretation“ von Beethovens An Die Freude / Ode To Joy mündet.

„Selbst in dunklen Zeiten muss meine Musik Optimismus ausdrücken, einen grundlegenden Glauben an die Menschheit und bessere Zeiten. Es wird eine Freude sein, die NDR Bigband zum ersten Mal zu treffen und mit einer Gruppe Gleichgesinnter zu spielen; es gibt also tatsächlich viel zu feiern.“ - Henry Altmann

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