Planet Venus (OT: Pianeta venere)
ITA 1972, 90 Min., DF, 16mm
Regie: Elda Tattoli, mit Bedy Moratti, Mario Piave, Lilla Brignone
Im Rom der Nachkriegszeit kommt Amelia mit Matteo, einem aufstrebenden Funktionär der Kommunistischen Partei zusammen. Zu Amelias Leidwesen soll ihre Beziehung allerdings geheim bleiben. Sie kommt nämlich nicht aus der Oberschicht und kann auch kein intellektuelles Umfeld vorweisen. Weil Matteo es gewohnt ist seine Ziele durchzusetzen, bleibt der unklare Beziehungsstatus erhalten. Amelia liest indessen auch kommunistische Literatur. Nicht nur deswegen, fallen ihr die Widersprüche zwischen politischer Theorie und chauvinistischem Gehabe sehr genau auf.
Elda Tattoli skizzierte in dem Film ein Milieu, das ihr vermutlich vertraut war. Ihre mitunter harsche und wütende Kritik äußerte sie in satirischen Momenten und surrealen Sequenzen. Wie es die reale Beschissenheit der Dinge allerdings vorsah, blieb dieser außergewöhnliche Debütfilm weitgehend unbeachtet, während die Weggefährten der Regisseurin berühmt wurden.
Das perlenhafte Schattendasein, dieses zu Unrecht vergessenen Films, wird mit einer analogen 16mm Projektion und einem Vorfilm zelebriert.