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Parole Text:Buch - Hellfeld  - Lenore Blievernicht liest aus „Die Berge Kaliforniens“
FOTO: © Thomas Aurin

Parole Text:Buch - Hellfeld - Lenore Blievernicht liest aus „Die Berge Kaliforniens“

Das sagt der/die Veranstalter:in:
In öffentlichen Äußerungen war Muir zumeist um eine ausgleichende Position bemüht, ein Idealist, der nicht den Sinn für die Realität mit ihren praktischen Anforderungen verloren hat… Muirs Gegner warfen ihm vor, ihm schwebe das Ideal einer unberührten Natur vor, die nur von ihm allein betreten werden dürfe. Das ist überzeichnet, denn Muir erklärte die Natur immer wieder zum Remedium für den modernen, urbanisierten Menschen, doch bisweilen entbehrt der Vorwurf nicht eines wahren Kerns: Muir war zwar ein eloquenter Gesprächspartner, dennoch liebte er die Einsamkeit oder besser: die Gesellschaft der „mutsterblichen“ Pflanzen und Tiere offenbar mehr als die Anwesenheit von Menschen, deren Charakterisierung ihm stets ein wenig ins Groteske geriet. Einmal, in einem Brief aus dem Jahr 1868, hatte Muir der Misanthropie vollends nachgegeben: „Nicht die Welt, sondern die Menschen, die in ihr leben, müssen verbrannt und neu geformt werden.“ Doch derart düstere Gedanken sind die Ausnahme geblieben.Jürgen Brôcan, 2012„Ich habe nie einen Mammutbaum gesehen, der eines natürlichen Todes gestorben ist; abgesehen von Unglücksfällen, scheinen sie unsterblich zu sein, frei von sämtlichen Krankheiten, die andere Bäume befallen und töten. Wenn die Menschen sie nicht zerstören, leben sie unbegrenzt, bis sie verbrannt, von Blitzen zersplittert oder durch Stürme umgeworfen werden oder der Boden, auf dem sie stehen, nachgibt. Das Alter von einem, den man in Calaveras Grove fällte, um aus seinem Tuben einen Tanzboden zu machen, betrug ungefähr 1300 Jahre und sein Durchmesser innerhalb der Borke, am Stumpf gemessen 24 Fuß … Sobald der Krone dieser Sequoien ein Unglück geschieht … scheinen die Äste unterhalb der Wunde, gleichgültig, wo sie sich befindet, aufgeregt wie eine Bienenkolonie, die ihre Königin verloren hat, und sind ängstlich bemüht, den Schaden zu reparieren. Zweige, die seit Jahrhunderten im rechten Winkel aus dem Stamm wuchsen, beginnen sich aufwärts zu wenden, um bei der Erschaffung einer neuen Krone zu helfen, wobei jeder unverzüglich die spezielle Gestalt des echten Wipfels annimmt.“ (John Muir,1894)Naturkunden N° 2, herausgegeben von Judith Schalansky bei Matthes & Seitz, BerlinAlso was soll‘s: „Gebt mir die Stille, das Wasser, die Hoffnung, gebt mir den Kampf, das Eisen, die Vulkane.“ (Pablo Neruda) Lenore Blievernicht, 1960 in Berlin geboren, aufgewachsen in Wismar und auf der Insel Poel, ging nach dem Besuch des Russischgymnasiums in Wiesenburg (Fläming) und dem Abitur in Wismar zunächst nach Leipzig, und über Dresden zurück nach Berlin. 1981 Geburt Tilman, der einjährig von einer damaligen Freundin adoptiert wurde. 1983 lernte sie Bert Neumann kennen, 1985 Heirat, 1986 Geburt Leonard, 1988 Geburt Silvester († 2003).Seit den frühen 80er Jahren bedruckte sie T-Shirts und entwarf Mode, Unikate aus Seide und Baumwolle unter dem Label Wostok. 1990 war sie die erste ostdeutsche Modedesignerin bei der Modemesse Avantgarde in München. Anfang der 90er Jahre veröffentlichte sie Kurzgeschichten in der monatlich erscheinenden Zeitschrift WartsUp. 1991 gründete sie mit Bert Neumann († 2015) das Künstlerkollektiv LSD Berlin. Seitdem hat sie gemeinsam mit freien Mitarbeiter:innen für Kunst-, Kultur- und Theaterstätten gearbeitet, seit 2004 zusammen mit Leonard Neumann. 2000 gründete sie den Synwolt Verlag, der sich auf die Herausgabe von Autoren/Künstlerbüchern/Fotografie spezialisiert hatte. Nach dem Tod des jüngsten Sohnes stellte sie Ende 2003 diese Arbeit ein. Vor allem Corporate Identities u.a. für Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, KunstWerke Berlin, Theater Bochum, Theater Basel, die Münchner Kammerspiele und für die Berlin Biennale sind von LSD seit 1991 fortlaufend entworfen und umgesetzt.Lenore Blievernicht begann in den frühen 80er Jahren zu fotografieren, Portrait – und Streetphotography sind bis heute ihre bevorzugten Sujets. 2018 gründete sie zusammen mit Leonard Neumann und dem Architekten Johann Simons die gemeinnützige Bert-Neumann-Association uG. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Begleitung der Arbeiten Bert Neumanns über 30 Jahre ist ein umfassender Zugang zum Werk und Gesamtkonvolut möglich. Sie arbeitet mit der Kunstwissenschaftlerin Christiane Kues zusammen, mit der sie das Buch SERVICE NO SERVICE, Volume I, anlässlich der Teilnahme als Deutscher Bühnenbildbeitrag zur Prager Quadriennale 2019 herausgab.

Location

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Linienstraße 227 10178 Berlin
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
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