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Die Sache ist die: Paul Sies langweilt sich schrecklich schnell. In einer Welt voll unheilvoller Nachrichten, ist das ausnahmsweise mal eine gute. Denn wenn Paul Sies das nicht täte, würden wir nicht Anfang nächsten Jahres sein herrlich eklektisches neues Album „Ficken und Heulen“ erhalten, das er, während wir hier plaudern, gerade fertigstellt.
Es ist ja so: Paul Sies ist ein geborener Showman, aber eben auch ein Geschichtenerzähler, einer, der auf Obstkisten und Bühnen steht, der singt, schreit, Blumen wirft und ein Taschentuch braucht, dessen Stimme sagt: Das mein ich wirklich so, und das will ich wirklich so, hier die Drogen-Erinnerung, da das Liebeslied, gleich die politische Mahnung, und dann auf einmal ganz anders, doch los, komm mit, beeil dich, ich bin schon hier drüben.
Was ebenso auffällt: Paul schreibt Songs, die große, runde Melodien liefern, die aber in eckigen Kartons die Treppe runterpoltern und dabei einen ganz wunderbaren Klang verbreiten, Krach machen und sich im Fallen öffnen.
Und natürlich: Endlose Vergleiche könnte man ziehen, hier Hip-Hop, der in die 20er-Jahre zweier Jahrhunderte passt, da ein klassisches Liedermacher-Lied, aus dem plötzlich ein 70er-Rock-Biest und schließlich ein flirrender Technobeat wird. Weil: Wieso nicht? Nick Cave trägt den Anzug von Tom Waits auf dem Dancefloor um die Ecke auf. Erhaben und gleichzeitig dreckig. Dresden Dolls, Trent Reznor, Nina Hagen, Scissor Sisters.
Klingt trotzdem alles nach 2026, nicht ganz unwichtig.
Tagebuch, Brief, Anklage, Beichte, Bitte, Theaterstück, Empörung, Film-Szene, echte Szene. Und alles mit einer Stimme, der man zuhören will, egal, was sie sagt und singt. Gott sei Dank ist es aber gar nicht egal, was sie sagt und singt. Also los, Paul, bitte nochmal!
Ficken und heulen. Zu Paul Sies‘ Musik kann man beides.
Denn
: Der König des Dark Cabaret ist zurück.Im Februar 2027– womöglich im Glitzer-Jumpsuit – auf Tour, und zwar genau hier…