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Performance Night

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Die Performance Night vereint fünf künstlerische Arbeiten, die sich mit Softness, kolonialen Spuren, verborgenen Bewegungen, Vergänglichkeit und Einsamkeit auseinandersetzen. Körper und Raum werden zu Orten für Fragen nach Verletzlichkeit, Identität und innerer Balance. 

 

Laura Schönlau: UNFOLDING (15 min) 

UNFOLDING is a performance on the complex, fluid power of softness—both physical and emotional. Tenderness appears gentle, vulnerable, loving, and equally irritating, controlling, and painful. What do we fail to see in moments of softness? The solo explores softness as a paradoxical force that oscillates between vulnerability and strength, care and control. Movements unfold like echoes of a gesture or touch, intimate, contradictory, and transformative. First developed and performed as part of the exhibition soft intentions, curated by Amelie Gappa (And She Was Like: BÄM!), UNFOLDING takes on a new spatial interpretation at the FFT Düsseldorf. Laura Schönlau translates the solo into the specific atmosphere and architecture of the venue, revealing further levels of a soft and ambivalent force. 


UNFOLDING ist eine Performance über die komplexe, fließende Kraft von Softness – physisch und emotional. Dabei erscheint Zärtlichkeit sanft, verwundbar, liebevoll und ebenso irritierend, kontrollierend und schmerzhaft. Was sehen wir in weichen Momenten nicht? Das Solo erforscht Softness als paradoxale Kraft, die zwischen Verletzlichkeit und Stärke, Fürsorge und Kontrolle oszilliert. Bewegungen entfalten sich wie Echos einer Geste oder Berührung intim, widersprüchlich und transformierend. Erstmals im Rahmen der Ausstellung soft intentions, kuratiert von Amelie Gappa (And She Was Like: BÄM!), entwickelt und gezeigt, erfährt UNFOLDING im FFT Düsseldorf eine neue räumliche Lesart. Laura Schönlau übersetzt das Solo hier in die spezifische Atmosphäre und Architektur des Hauses und ö`net damit weitere Ebenen einer weichen und ambivalenten Kraft. 

 

kemelo nozipho sehlapelo: a Native princess sitting Pretty (12 min) 


What do Sarah Baartman, Afrikaner women in post-apartheid South Africa, and the Völkerschauen have in common? Using the form of the "non sequitur," a narrative device that makes abrupt thematic leaps, this performance attempts to uncover the past in order to make the present comprehensible. In the sight of the artist's performing body and through the presence of the audience, pasts and presents, shaped by intersectionality, intertwine. 

 
Was haben Sarah Baartman, Afrikaanerinnen im Post-Apartheid-Südafrika und die Völkerschauen gemeinsam? Mit der Form des „Non sequitur“, einem erzählerischen Stilmittel, das abrupte Themensprünge macht, versucht diese Performance, die Vergangenheit freizulegen, um Gegenwart begreifbar zu machen. Im Anblick des performenden Körpers der Künstlerin und durch die Anwesenheit der Zuschauenden verschränken sich die von Intersektionalität geprägten Vergangenheiten und Gegenwarten. 

 

Kenza und Leslie: Hidden (12 min) 
 

This duet, created and performed by Kenza Kabisso and Leslie also called Freesoul explores the hidden layers of human experience: masks, fear, and the truth of the body. The work investigates how we present ourselves to the world, the subtle movements we hide, and the inner spaces constrained by fear and social norms. Masks represent the gestures and postures we show to others polished, controlled, performative. Beneath these visible movements, micro-movements carry our unspoken truths. Fear drives us to conceal, to retract, to fragment our gestures, creating a tension between what is seen and what is felt. This performance gradually unfolds toward the body’s liberation and the opening of the heart. Through careful attention to the internal landscape, we explore how the body can release itself from hidden spaces, allowing authentic, spontaneous movement to emerge. The audience is invited to witness the subtle tension of what is hidden and the profound moment when truth breaks through, creating a visceral experience of shared vulnerability and freedom.  

 
Dieses Duett, kreiert und performt von Kenza Kabisso und Leslie, auch bekannt als Freesoul, erforscht die verborgenen Schichten menschlicher Erfahrung: Masken, Angst und die Wahrheit des Körpers. Das Stück untersucht, wie wir uns der Welt präsentieren, welche subtilen Bewegungen wir verbergen und welche inneren Räume durch Angst und soziale Normen eingeschränkt werden. Masken stehen für die Gesten und Haltungen, die wir anderen zeigen – poliert, kontrolliert, performativ. Unter diesen sichtbaren Bewegungen tragen Mikro-Bewegungen unsere unausgesprochenen Wahrheiten. Angst treibt uns dazu, zu verbergen, uns zurückzuziehen, unsere Gesten zu fragmentieren – und schafft so eine Spannung zwischen dem, was gesehen, und dem, was gefühlt wird. Diese Performance entfaltet sich allmählich hin zur Befreiung des Körpers und zur Öffnung des Herzens. Durch die sorgfältige Aufmerksamkeit für die innere Landschaft erforschen wir, wie der Körper sich aus verborgenen Räumen lösen kann, sodass authentische, spontane Bewegung entstehen darf. Das Publikum ist eingeladen, die feine Spannung des Verborgenen mitzuerleben – und den tiefen Moment, in dem die Wahrheit durchbricht und eine unmittelbare Erfahrung geteilter Verletzlichkeit und Freiheit entsteht. 

 

Waithera: My very own flower (10 min) 

A Solo inspired by the flower arranging practice of Ikebana. Or more so, by its meditative aspect - „Kado“ the way of the flower. Waithera creates a moment in time, where simplicity and transience give space to all the silent wars in us. Between sky and earth, the third party - the human - forms the connection. Three elements that shall be arranged in balance with each, while they have their own space. A harmony yearned for in these days. Cruel, silent, beauty, attentively held. We are invited to enter a morphing landscape that gives room to sit in our silences and forces us to listen to whats beneath. No distractions, no way out. Whats in balance or out of balance must be heard. A fleeting moment, a mirror to our souls. 


Ein Solo, inspiriert von der Blumensteckkunst des Ikebana – oder vielmehr von ihrem meditativen Aspekt, „Kado“, dem Weg der Blume. Waithera erschafft einen Moment in der Zeit, in dem Einfachheit und Vergänglichkeit Raum für all die stillen Kriege in uns geben. Zwischen Himmel und Erde bildet die dritte Instanz – der Mensch – die Verbindung. Drei Elemente, die in Balance miteinander arrangiert werden sollen, während sie zugleich ihren eigenen Raum behalten. Eine Harmonie, nach der wir uns in diesen Tagen sehnen. Grausam, still, schön, achtsam gehalten. Wir sind eingeladen, eine sich wandelnde Landschaft zu betreten, die uns Raum gibt, in unserem Schweigen zu sitzen und uns zwingt, dem darunterliegenden zuzuhören. Keine Ablenkungen, kein Ausweg. Was im Gleichgewicht oder außerhalb davon ist, muss gehört werden. Ein flüchtiger Moment, ein Spiegel unserer Seelen. 

 

Mady: Solitude (10 min) 

The project idea is entitled “Solitude” and deals with the question of how one can feel lonely despite the presence of many people around them. How can one have a family and still feel lonely? How can one have friends but still eat alone? How does one define community when one feels isolated inside? These questions are at the heart of my artistic work and reflect the contradictions and tensions between loneliness and community, especially in relation to my experiences as part of a large family in Cameroon and my current reality. By exploring these themes, she wants to initiate a dialogue about the different facets of community and belonging. 

Die Projektidee trägt den Titel „Einsamkeit“ und beschäftigt sich mit der Frage, wie man sich trotz der Anwesenheit vieler Menschen um sich herum einsam fühlen kann. Wie kann man eine Familie haben und sich trotzdem einsam fühlen? Wie kann man Freunde haben und trotzdem alleine essen? Wie definiert man Gemeinschaft, wenn man sich innerlich isoliert fühlt? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt meiner künstlerischen Arbeit und spiegeln die Widersprüche und Spannungen zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft wider, insbesondere in Bezug auf meine Erfahrungen als Teil einer großen Familie in Kamerun und meine aktuelle Realität. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Themen möchte sie einen Dialog über die verschiedenen Facetten von Gemeinschaft und Zugehörigkeit anstoßen. 

 

Kelvin und Pablo: SUM (12 min) 
 
SUM is a transdisciplinary performance art project by dancer / performer Kelvin Kilonzo and musician / performer Pablo Giw, based in Cologne. While targeting reduction and deceleration with a persisting presence of threat, SUM creates an atmosphere of intense devotion and timelessness. Working with elements of nonhuman perspectives and posthuman gestures, the observer is invited to question their own identities. 

 
SUM ist ein transdisziplinäres Performancekunst-Projekt des Tänzers/Performers Kelvin Kilonzo und des Musikers/Performers Pablo Giw, mit Sitz in Köln. Während es auf Reduktion und Entschleunigung abzielt und gleichzeitig eine anhaltende Bedrohung spürbar macht, schafft SUM eine Atmosphäre intensiver Hingabe und Zeitlosigkeit. Mit Elementen nichtmenschlicher Perspektiven und posthumaner Gesten lädt das Projekt die Betrachtenden dazu ein, ihre eigenen Identitäten zu hinterfragen. 

Location

FFT Düsseldorf Konrad-Adenauer-Platz 1 40210 Düsseldorf

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