Unter dem Titel „Kopfkino“ zeigt das Kulturhaus Schwanen die Ausstellung des Stuttgarter Künstlers Pirmin Lang. Im ersten Obergeschoss des Hauses zeigt er seine vielschichtigen Ölmalereien, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion changieren und sich mit Fragen nach den Bedingungen und Abläufen des Entstehungsprozesses von Bildern im weiteren Sinne auseinandersetzen.
Wie kommt es, dass sich die menschliche Wahrnehmung nicht nur Bilder von der Welt,
sondern auch zu der Welt macht? Keine Wiedergabe und Erinnerung ohne Abwandlungen
und Anklänge von Alternativen. Stets zeigt sich noch etwas anderes. Manchmal ist es nur
ein Hauch, der die Dinge umspielt wie Licht; ein andermal gewinnt das Bilderreich
hinter den Augen mehr Raum, sich einzumischen und auszuleben, und Sinnlichkeit verdichtet sich wie in einem Gesicht.
In den Bildern von Pirmin Lang findet sich beides. Anhaltspunkte des Bekannten
verschränken sich mit Momenten von Fremdheit. Dergestalt stehen sie da, als würden sie
zum ersten Mal erblickt. Hier geben irritierende Farben dem Geläufigen eine neue Gestalt,
dort nehmen unbekannte Dinge vertraute Farben in sich auf. Gemeinsam bilden sie ein
Gefüge, eine Bildfindung, eine ausgetragene Frage: Wer sieht, wenn ich durch das Sehen ein anderer werde? Und was sehe ich, wenn das Sehen seinen eigenen Beitrag untermischt?