I 2023 · 102 min · OmU · digitalDCP · FSK 16 · R/B: Marta Savina · K: Francesca Amitrano · D: Claudia Gusmano, Fabrizio Ferracane, Francesco Colella, Manuela Ventura, Dario Aita u.a.
In den 1960er-Jahren zwingt die Logik einer patriarchal organisierten Gesellschaft ein Vergewaltigungsopfer zur Heirat mit dem Täter – legitimiert durch die Praxis der sogenannten „Wiedergutmachungsehe“, die männliche Gewalt in soziale Ordnung überführt. Vor dem Hintergrund eines sizilianischen Dorfmilieus entfaltet der Film das Drama einer jungen Frau, die sich diesem Mechanismus widersetzt und ihren Peiniger anzeigt. Inspiriert vom historischen Fall der siebzehnjährigen Franca Viola, markiert die Erzählung einen Wendepunkt im italienischen Rechts- und Moralverständnis.
Die Protagonistin Lia, 21 Jahre alt, eigenwillig und selbstbewusst, verweigert nach anfänglichem Flirt die Beziehung zu dem Sohn eines mafiösen Großunternehmers – und wird Opfer brutaler Gewalt. Statt die „Ehre“ durch Ehe wiederherzustellen, entscheidet sie sich für den Gang vor Gericht. In klassischer Inszenierung zeichnet PRIMADONNA diesen persönlichen und juristischen Kampf nach und weitet ihn zu einer Reflexion über strukturelle Gewalt, kirchliche Einflussnahme und die Persistenz patriarchaler Normen – eine historische Fallstudie mit deutlicher Gegenwartsrelevanz.
Einführung: Joachim Manzin (Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums)
Preisinformation:
Eintrittspreis 7 Euro · ermäßigt 5 Euro · mit Black-Box-Pass 4 Euro · Kartenreservierung Tel 0211 - 8992232