In Kleists Drama steht der Konflikt zwischen der Freiheit des Individuums und der staatlichen Rechtsordnung im Vordergrund: Prinz Friedrich von Homburg greift gegen den Befehl des Kurfürsten von Brandenburg in die Schlacht gegen die Schweden ein und erringt so den Sieg. Der Kurfürsten, dem Gesetz über Erfolg steht, lässt den Prinzen zum Tode verurteilen. Indem Peter Stein in seiner Inszenierung an der Schaubühne die Handlung in ein biedermeierlich-reaktionäres Preussen der Kleist-Zeit versetzt, erzählt er mit der Geschichte des um Anerkennung und Leben ringenden Befehlsverweigerers Prinzen von Homburg auch das Seelendrama des Autors Heinrich von Kleist. In der Todesangst des Prinzen spiegeln sich Not und Elend des Dichters, der schließlich den Freitod wählte. «Prinz Friedrich von Homburg» wurde bei einer Kritikerumfrage als die nachhaltigste Inszenierung der Spielzeit 1972/73 bezeichnet und 1973 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Bühnenbild: Karl Ernst HerrmannKostüme: Moidele BickelDramaturgie: Botho StraußRegieassistenz: Ellen Hammer, Jan Kauenhowen
Kurfürst: Peter LührKurfürstin: Katharina TüschenNatalie: Jutta LampeFeldmarschall Dörfling: Walter RedlPrinz Friedrich Arthur von Homburg: Bruno GanzHennings: Willem MenneTruchß: Olaf BisonHohenzollern: Werner RehmGolz: Peter FitzKottwitz: Otto SanderReuß: Willem Menne Bildregie: Peter Stein Eine Aufführung der Schaubühne am Halleschen Ufer, Berlin. Eine Gemeinschaftsproduktion von SFB und ORF. Wir danken allen beteiligten Künstler_innen sowie allen Verlagen und Sendeanstalten für die Kooperation, die dieses Angebot an unser Publikum erst möglich macht!