Dt. Erstaufführung
Die Performance Emergency Routine aktiviert zivile Allianzen, wie sie zwischen Körpern in Momenten der Gefahr entstehen. Heute debattieren Regierungen häufig über die Notwendigkeit ziviler Resilienz und die biopolitischen Beziehungen zwischen Staat und Bürger*innen stehen auf dem Prüfstand. Die Gruppe Public Movement schlägt eine kollektive Zusammenkunft vor, die aus der gemeinsamen Praxis der Bewegung von Solidarität und staatlicher Führung hervorgeht. Gemeinsam mit fünf Performer*innen ist das Publikum eingeladen, Choreografien der Fürsorge, imaginäre und dokumentierte Gefahrenszenarien und inszenierte Evakuierungszustände zu erleben. In Anlehnung an die schwer fassbare Hand des Staates, die unter dem Deckmantel des Schutzes nach den Bürger*innen greift und sie berührt, lädt Emergency Routine dazu ein, sich mitreißen zu lassen, körperliche Berührungen und Manipulationen zuzulassen.
Emergency Routine basiert auf einer Recherche über die vermutlich größte Evakuierungsübung der Welt in Friedenszeiten: die Operation Stockholm 1961. Bei diesem ehrgeizigen, beispiellosen Ereignis wurden 225.000 Einwohner*innen aufgefordert, ihre Stadt fluchtartig im Rahmen eines fiktiven Notfalls zu verlassen. Nach Aktionen in Stockholm, Rom und Tel Aviv wird Public Movement die Performance für eine orts- und kontextspezifische Düsseldorfer Version adaptieren.
Public Movement fungiert als performative research body, der politische Aktionen im öffentlichen Raum erforscht und inszeniert. Das Kollektiv untersucht und schafft öffentliche Choreografien, Formen sozialer Ordnung und offene sowie verdeckte Rituale. Seit seiner Gründung erforscht Public Movement die Regeln, Kräfte, Akteur*innen und Politiken, Identitätsbildungen und Ritualsysteme, welche die Dynamik des öffentlichen Lebens und des öffentlichen Raums bestimmen.