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Robert Schumann: Genoveva | PRIVATOPER Berlin

Robert Schumann: Genoveva | PRIVATOPER Berlin

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Seit 2014 bringt die Privatoper Berlin selten gespielte Opern an Orte, an denen selten Opern gespielt werden. Nach 173 Jahren bringt die Privatoper Berlin die einzige und fast vergessene Oper von Robert Schumann "Genoveva" zur Aufführung im Historischen Kesselhaus des UKB Berlin.


730, Straßburg. Pfalzgraf Siegfried zieht in den Krieg. Seine Frau Genoveva bleibt daheim. Mit ihr Lehnsknecht Golo. Problematisch.
1850, Leipzig. Robert Schumann bringt seine einzige Oper Genoveva zur Uraufführung. Die Kritik sagt: "[...] Textbuch ist dürftig und interesselos [...] leider krankt seine Musik an dem einen unheilbaren Uebel, undramatisch zu sein."
2023, Berlin. Die Privatoper sagt: "Leider geil - machen wir."

Das Verlieben in Genoveva fiel 2023 zufällig mit einem Besuch in der Alten Nationalgalerie zusammen. Dort begegnete ich Pauline Hübner. Eine Erscheinung. Vom Raum 15 der 3. Etage nahm sie den gesamten Flur in den Blick. Unaufgeregt, aber intensiv. Ich schaute ein-, zweimal zurück; sie blieb ungerührt, aber verbunden. Verbunden in der Lebendigkeit einer Frau, die 1895 gestorben war und mir an diesem Tag doch lebendiger schien als viele Mitmenschen unserer Zeitgenossenschaft. Die 19-jährige Pauline wird auf dem Portrait ihrem Mann, Julius Hübner, kurz nach der Heirat dargestellt. Ein Gemälde, das Intimität und Liebe öffentlich macht. Warum ist nun sie das Gesicht der Genoveva der Privatoper geworden? Weil sie liebevoll eine Verbindung zu den Betrachtenden, zum Publikum hält.
Denn trotz aller berauschender Musik ist es für das Publikum eben nicht leicht, die Verbindung zum Genoveva-Stoff mit seiner kreuzzüglerischen Begeisterung und seinem verstörenden Chauvinismus zu halten. Man möchte Genoveva wachrütteln, wenn sie Siegfried vergibt. Wo ist ihre Wut der Ungerechtigkeit gegenüber, falsch verdächtigt worden zu sein? Wo Schock und Entrüstung, dass ihr Mann es als sein Recht ansieht, sie töten zu lassen, wenn sie ihm nicht in seinem Sinne zu gehören scheint? 
Vielleicht ist es gerade der Heroismus Genovevas, dass sie verzeiht. Und vielleicht hätten wir sie in einer weiteren Schumann-Oper ohne Siegfried “Bestreut den Weg mit grünen Mai´n” pfeifen gehört. Zu wünschen bleibt Genoveva eine Liebe, wie sie das Ehepaar Hübner zu verbinden schien, das 53 Jahre bis Julius Hübners Tod 1882 verheiratet blieb. Ihre letzte Komposition, den Marsch in Es-Dur zu vier Händen, widmete Clara Schumann dem befreundeten Paar zur Goldenen Hochzeit als weiteres Denkmal dieser Liebe. Wir freuen uns, mit der Berliner Aufführung und Verdichtung von Schumanns Genoveva ein lebendiges Denkmal romantischer Oper in die Stadt zu tragen. Lars Straehler-Pohl, Musikalische Leitung

 

Solisten: Wassim W. Ayass, Katharina Laura Kunz, Ullrich Müller, Inés Rangnitt, Hans-Beatus Straub, Johannes Volk
Musikalische Leitung: Lars Straehler-Pohl
Inszenierung: Olaf Steinl

 

Tickets: 15€ über karten[at]privatoper.de

 

Website: PRIVATOPER | Privatoper

Location

Historisches Kesselhaus UKB Marzahn Warener Straße 7 12683 Berlin

Organizer

Organisation Köln

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