Das sagt der/die Veranstalter:in:
Die berühmteste Liebesgeschichte der Welt spielt in einer Umgebung, die von Feindschaft und Unfreiheit beherrscht wird: „Wo alter Hass setzt neue Wut in Brand, wo Bürgerkrieg ist höchstes Bürgerglück“, heißt es in einer modernen Übersetzung von William Shakespeares Romeo und Julia. In dieser düsteren Welt, in der man nur unter Seinesgleichen feiert, liebt und lebt, begegnen sich zwei Jugendliche aus verfeindeten Familien – und eine Liebe beginnt, die alle Regeln bricht.
Sergei Prokofjew folgt in seiner Ballettmusik den Gefühlen der Figuren mit unerbittlicher Konsequenz. Die Modernität seiner Partitur war anfangs ungewohnt, doch heute gilt sie als Meilenstein: Psychologische Tiefe, radikaler Ausdruck und eine differenzierte Instrumentierung verschmelzen zu einer musikalischen Kraft, die wegweisende Innovationen in der Choreografie ermöglichte und bis heute herausfordert.
Goyo Montero schuf seine Version von Romeo und Julia 2009 für das Ballett des Staatstheaters Nürnberg. Für das Staatsballett Hannover überarbeitet er seinen Klassiker, der die Emotionen und Entwicklungen der Figuren in den Fokus stellt. Julia ist für ihn „die erste moderne Frau der Literaturgeschichte“: Mit ihrem jugendlichen Optimismus scheint sie anfangs die Welt verändern zu können, trifft souveräne Entscheidungen und muss am Ende doch feststellen, dass die Gesellschaft, in der sie lebt, keine Veränderung zulässt. Zentral für Monteros Erzählung ist Queen Mab, die Shakespeare als Fee und Hebamme menschlicher Träume beschreibt. Das klingt romantisch, doch Mab bringt Albträume und düstere Vorzeichen. In Monteros Ballett wird sie zur Spielmacherin, zur Erzählerin und zum tödlichen Schicksal.
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