RUNNIN’ beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Schwarzen Menschen die rennen. Im Leistungssport werden die Erfolge Schwarzer Athlet*innen immer wieder rassistisch begründet, worin sich weiße Fantasien von einem übernatürlich starken und schnellen Schwarzen Körper offenbaren. Im öffentlichen Raum dagegen sind Schwarze rennende Menschen oft mit Vorurteilen, Misstrauen oder sogar physischer Gewalt konfrontiert.
Dieser virtuelle Imaginationsraum zwischen übermenschlicher Athletik und Lebensgefahr, in den sich Schwarze Körper beim Rennen begeben, ist der Referenzrahmen von Joana Tischkaus neuer Bühnenarbeit. Welche Bedeutung hat “Alltäglichkeit” in Bewegung, welchen Körpern ist was erlaubt und wie viel Raumeinnahme wird wem zugestanden? Wie viele würdevolle Schwarze Körper erträgt der weiße Blick?
Während sich die Choreografin, Regisseurin und Performerin Tischkau in ihrem letzten Erfolgsstück ICH NEHM DIR ALLES WEG – EIN SCHLAGERBALLETT mit den Überschneidungen von Pina Bausch und ZDF-Hitparade auseinandersetzte, führt sie in RUNNIN’ die auferlegten Stereotype rund um Schwarze Athlet*innen mit dem Konzept des “pedestrian movement” zusammen – einer Bewegungsform des postmodernen Tanzes der 1960er-Jahre, die einfache, alltägliche, scheinbar “neutrale” Bewegungen wie Gehen oder Stehen ins Zentrum rückte.
Doch was passiert, wenn genau diese Bewegungen – lange als unauffällig und universell geltend – von Schwarzen Körpern auf der Bühne ausgeführt werden? Sind Schwarze Menschen jemals einfach nur Passant*innen? Und warum ist/war das “pedestrian movement” im zeitgenössischen Tanz so weiß?
RUNNIN’ entfaltet ein alltägliches Bewegungsrepertoire: Joana Tischkau und ihre Performer*innen flanieren, pausieren, gehen, laufen und formieren sich; sie machen sich auf den Weg und überholen den zeitgenössischen Tanz.
KÜNSTLERISCHE LEITUNG & CHOREOGRAFIE: Joana Tischkau
PERFORMANCE: Aaron Samuel Davis, Emeka Ene, Shanice Trustfull, Sophie Yukiko
SOUND: Frieder Blume
KOSTÜME: Nadine Bakota
GRAFIKDESIGN KOSTÜM: Anke Sondi Rumohr
BÜHNE: Carlo Siegfried
MITARBEIT KOSTÜM: Marie Göhler
LICHTDESIGN: Hendrik Borowski
DRAMATURGIE: Nuray Demir, Maxi Menja Lehmann
KÜNSTLERISCHE PRODUKTIONSLEITUNG: Lianne Mol
MANAGEMENT: Lisa Gehring
MITARBEIT PRODUKTION: Marlene Brandhorst
MOTION CAPTURE TRAINING: Ace Ruele (Creative Bionics)
TRAILER: Lennart Brede / VG Bild-Kunst
MASKENBILD: Lou Willis
NAGELDESIGN: Franky Reyes
EXTERNER BLICK: Anta Recke
Eine Produktion von Joana Tischkau in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer und Theater RAMPE Stuttgart. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unterstützt durch das Kulturamt Frankfurt am Main.
Am 15.02 um 16 Uhr findet die Veranstaltung mit Kinderbetreuung statt. Bitte melden Sie sich unter kontakt@theaterrampe.de dafür an.
Die Veranstaltung ist ohne Sprache.
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