Mit die schönsten Begleittexte zu Kunstwerken in Museen kann man in Ausstellungen von Saâdane Afif lesen. Der französische Konzept- und Installationskünstler hat Bekannte eingeladen, seine oft aus dem Alltag transformierten Kunstwerke mit poetischen »Lyrics« zu erweitern. Einige dieser Texte lässt Afif wiederum von befreundeten Musiker*innen vertonen und live aufführen. So auch zwei Kompositionen des französischen Musikers Augustin Maurs, die nun im Rahmen der Gruppenausstellung »ABER ICH | DIE WELT | ICH SEHE | DICH« (mit Arbeiten von Saâdane Afif) in der Kunsthalle aufgeführt werden. Die Uraufführung KING COAL LAMENTS entsteht als Vertonung von Texten zu einer Ausstellung von Afif mit 70 Skulpturen polnischer Kohleminen-Arbeiter*innen. Sie zeigen Alltagsszenen und Porträts der Bergbaugemeinde; Afifs Präsentation dieser »Readymades« thematisiert auf poetische Weise die ambivalente Geschichte mit dem Rohstoff Kohle. Der zweite Musikteil MUSIQUES POUR TUYAUTERIE bezieht sich dann auf das bekannteste Readymade der Kunstgeschichte: Duchamps Skandal-Urinal von 1917, das auch Grundlage einer aktuellen Ausstellung von Saâdane Afif im Hamburger Bahnhof in Berlin ist. Entstanden sind hier zehn Stücke für Flöte und Stimme — gespielt auf Instrumenten aus Vogelknochen und gefertigt nach dem Modell der 35.000 Jahre alten Flöten aus der Hohle-Fels-Höhle, den ältesten bekannten Musikinstrumenten der Welt. Ein Zeittunnel, in dem Urgeschichte auf Avantgarde trifft.
KONZEPT Saâdane Afif KOMPOSITION, LEITUNG Augustin Maurs KING COAL LAMENTS: STIMME Annerose Hummel AKKORDEON Eva Zöllner OBJEKTE, DIY-ELEKTRONIK Mizuki Ishikawa MUSIQUES POUR TUYAUTERIE: FLÖTE Susanne Fröhlich MEZZOSOPRAN Claudia van Hasselt KURATORIN HAMBURGER KUNSTHALLE Corinne Diserens
Eine Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle.
Preisinformation:
22 Euro (50 % erm. mit Festivalkarte) inkl. Ausstellungseintritt