FOTO: © Jan Philip Welchering
Salome
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Mit Salome eröffnet das Schauspiel Dortmund die neue Spielzeit. In ihrer ersten Inszenierung am Haus erzählt Madita Scülfort Oscar Wildes berühmten Stoff in der radikalen Bearbeitung von Einar Schleef neu – als Geschichte über Begehren, Macht und die Sehnsucht, gesehen zu werden.
Jerusalem, eine Nacht im Palast des Herodes Antipas. Während draußen der politische Druck wächst, feiert der Hof gegen den drohenden Zusammenbruch an. Im Mittelpunkt steht Salome. Alle richten ihre Blicke auf sie: Herodes begehrt sie, der gefangene Prophet Johannes weist sie zurück, ihre Mutter Herodias versucht, die Kontrolle zu behalten. Als Salome für Herodes tanzt, setzt sie eine Kette von Ereignissen in Gang, die in einer der berühmtesten Szenen der Theatergeschichte endet.
Doch diese Salome fragt nicht, warum Salome den Kopf des Johannes fordert. Sie fragt, warum niemand sie wirklich sieht.
Erzählt wird die Geschichte aus der Erinnerung ihrer Mutter Herodias. Im verlassenen Palast geht sie die verhängnisvolle Nacht noch einmal durch. Vergangenheit und Gegenwart überlagern sich, Rollen wechseln, Erinnerungen verschieben sich. Nach und nach wird unklar, wer erzählt und wessen Geschichte hier eigentlich erinnert wird.
Mit nur drei Spielenden entstehen die Figuren dieser brüchigen Welt immer wieder neu. Aus dem Mythos um die vermeintliche Verführerin wird eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Zuschreibungen, patriarchaler Gewalt und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. So erscheint Salome nicht als Femme fatale oder Heilige, sondern als junge Frau, die in einer Welt, in der alle über sie sprechen, um den einen Blick ringt, der sie als Menschen erkennt.
Preisinformation:
11,50 - 22,00€
Location
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