Der Autor und Historiker Sascha Lange stellte im März sein neues Buch „Die Geschichte der Leipziger Meuthen – Jugend im Nationalsozialismus“ vor und lädt zu einer Lesung über die Leipziger Meuthen und den jugendlichen Widerstand im NS-Regime ein.
Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es überall in Deutschland oppositionelle Jugendgruppen. Leipzig war eines der Zentren. Bis zu 1.500 Mädchen und Jungen trafen sich ab Mitte der 1930er Jahre im Stadtgebiet in Cliquen jenseits der Hitlerjugend und lehnten sich gegen das NS-Regime auf.
Zu den Meuten wechselten auch HJ-Mitglieder, da ihnen dort das zwanglose Jugendleben viel attraktiver erschien. Die Mädchen und Jungen gingen selbstbestimmt wandern oder trafen sich in ihren Stadtteilen auf der Straße. Und man wurde gegen die HJ aktiv: mit Streuzetteln und Schlägereien. In kleineren Runden hörte man verbotene Radiosender und diskutierte über ein Deutschland ohne Nazis.
Gestapo und Justiz verfolgten die Meuten, es kam zu Prozessen vor dem Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, einige wurden sogar in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
„Die Geschichte der Leipziger Meuten“ ist ein eindrucksvolles und umfassendes Zeugnis über jugendliches Aufbegehren und Kampf um Freiräume in der Zeit einer furchtbaren Diktatur. Ein Buch über Jugendkulturen, Nonkonformität, Opposition und Widerstand.
Sascha Lange hat mehr als zehn Jahre zu diesem Thema geforscht. Erstmals erscheint die ausführliche Geschichte der Leipziger Meuten.
Die Lesung wird durch Auszüge aus Sascha Langes Standardwerk „Meuten, Swings & Edelweißpiraten“ ergänzt, um einen umfassenden Einblick in die oppositionelle Jugendkultur gegen das NS-Regime zu ermöglichen.
Begleitet wird die Lesung von zahlreichen Fotos.