Seit Jahrtausenden zählt der Saft des Lackbaums zu den kostbarsten Werkstoffen Ostasiens. Er wird zum Beschichten, Imprägnieren und Färben von Holzobjekten und Keramiken verwendet und bringt Oberflächen von außergewöhnlicher Tiefe, Glanz und Widerstandskraft hervor.
Die Herstellung kunsthandwerklicher Schnitzlackarbeiten etablierte sich in der Song-Dynastie (960–1279) und entwickelte sich zu einer hochkomplexen Technik von beeindruckender Präzision. Dutzende hauchdünn aufgetragene Einzelschichten werden über Wochen hinweg getrocknet und in präzisen Schnitten reliefartig gestaltet. Durch verschiedenfarbige mit Mineralpigmenten eingefärbte Schichten werden dabei fein abgestimmte Kontraste und Konturen erzeugt. Charakteristisch ist das leuchtende Zinnoberrot, das bis heute als Inbegriff chinesischer Schnitzlacke gilt, aber auch im Bereich der Schwarzlacke und Perlmuttintarsien entstanden herausragende künstlerische Arbeiten. Die filigranen Dekore der Schnitzlacke beziehen sich meist auf Mythen und Symbole des Daoismus und Buddhismus sowie auf die Vogel- und Blumenwelt.
Die Sonderausstellung vereint rund 60 bedeutende chinesische Lackarbeiten vom 12. bis ins frühe 17. Jahrhundert aus einer Kölner Privatsammlung und wird durch ausgewählte Werke aus der Museumssammlung ergänzt. Zu den besonderen Höhepunkten zählen die bislang kaum erforschte Gruppe der Yunnan-Lacke der Yuan-Dynastie (1279–1368) sowie die aufwendig gefertigten Stücke für den Kaiserhof der Ming-Dynastie (1368–1644).
Preisinformation:
9,50 Euro / 5, 50 Euro ermäßigt