Wie werden Geschichten erzählt, die sich offiziellen Narrativen widersetzen und welche Geheimnisse kann das Filmische bewahren, und welche nicht?
Der Abend eröffnet mit einem Screening von „A Child Already Knows“ (2024), Tiffany Sias jüngstem Kurzfilm. Das Werk verbindet Zeichentrickaufnahmen aus der frühen Mao-Ära mit den Erinnerungen eines Kindes, das in einer Zeit intensiver politischer Unsicherheit beginnt, die Geheimnisse der Erwachsenen zu erahnen. Im anschließenden Artist Talk – dem ersten in Deutschland – entwirft Sia mit Bezügen auf Film, Literatur, Psychoanalyse und Dokumentartheorie einen Rahmen dafür, wie die schwebende, prä-ideologische Perspektive des Kindes Raum für Geschichten öffnet, die von Scham, Verleugnung und politischer Komplexität geprägt sind.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Carrying“ statt. Am Fenster zwischen Museumsraum und öffentlichem Raum sind vier Videoarbeiten aus Sias „Scroll Figures“-Serie zu sehen – darunter zwei neue Arbeiten, die eigens für die Ausstellung entstanden sind.
Tiffany Sia (*1988, Hongkong) ist Künstlerin, Filmemacherin und Autorin und lebt in New York. Ihre Filme wurden unter anderem beim New York Film Festival, MoMAs Doc Fortnight und dem TIFF Toronto International Film Festival gezeigt. Sie hatte Einzelausstellungen im Artists Space, New York; im Cantor Arts Center an der Stanford University sowie im Mudam, Luxemburg. Ihre Arbeiten waren in Gruppenausstellungen im Museum of Modern Art, New York; im Hessel Museum of Art, Annandale-on-Hudson; in der Argo Factory: Pejman Foundation, Teheran; im Seoul Museum of Art sowie im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf vertreten. Sia ist Autorin von On and Off-Screen Imaginaries (Primary Information, 2024) und erhielt 2024 den Baloise Art Prize.
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