FOTO: © M. Rittershaus
SEMELE
Das sagt der/die Veranstalter:in:
Komponist Georg Friedrich Händel. Libretto nach William Congreve.
Oper nach Art eines Oratoriums (1743)
empfohlen ab 15 Jahren
Eine Koproduktion mit der Metropolitan Opera, New York
In englischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion.
Dauer ca. 3 Stunden 40 Minuten
INSZENIERUNG
Sie ist Statistin ihres eigenen Lebens. Die eigene Lebensrealität ist ihr fremd. Semele wird von ihrem Vater zur Ehe mit Athamas gedrängt und findet sich schlagartig in ihrer eigenen Hochzeitszeremonie wieder, durch die Heiratsindustrie zu einer pompösen Hollywoodszenerie hochgeschraubt. Indem sie sich selbst von außen zu beobachten beginnt, erschafft sie als scheinbaren Ausweg eine Parallelrealität, die sie über ihr Leben stülpt, wo all ihre Sehnsüchte gestillt werden: ein verständiger Vater, ein liebender Ehemann, Selbstbestimmung, kurzum: die Erfüllung. Allerdings temporär und vor allem irreal. Am Ende stünde der Weg zurück in ihr tatsächliches Leben an, in dem sie flugs als Ehefrau durch ihre Schwester Ino ausgetauscht wurde, weil sie ihrer dort zugeteilten Rolle nicht gerecht werden konnte. Semele, physisch anwesend, wird psychisch den Weg in die Realität nicht zurückfinden. Ihr Verstand wird durchglühen. Zu sehr hatte sie sich von der Normalität entfernt. Zu wenig deckten sich die starren Erwartungen an sie als Individuum mit ihrem eigenen Willen. Dieser Grundkonflikt der Semele wurde von William Congreve und Georg Friedrich Händel aus Ovids Metamorphosen in die für die Barockoper gängigen Erzählstrukturen gebettet. Heute kann es auch der Blick auf die einengende Macht des bürgerlichen Korsetts sein.
BESETZUNG
Musikalische Leitung: Leonardo García Alarcón
Inszenierung: Claus Guth
Bühne: Michael Levine
Kostüme: Gesine Völlm
Licht: Michael Bauer
Video: rocafilm
Choreographie: Ramses Sigl
Chor: Franz Obermair
Dramaturgie: Christopher WarmuthYvonne Gebauer
Semele: Louise Alder
Jupiter: Michael Spyres
Apollo: Michael Butler
Athamas: Jakub Józef Orliński
Juno: Marina Viotti
Ino: Avery Amereau
Iris: Jessica Niles
Cadmus/Somnus: Sam Carl
Hohepriester: Roman Chabaranok
Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor
Preisinformation:
Preise L , € 163 /142 /117 /91 /64 /39 /15 /11 Preis variiert je nach Sitzplatzkategorie
Location
Angaben zur Barrierefreiheit
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