Schon die Mütter und Väter der Performer*innen Nuray Demir und Minh Duc Pham beseitigten den Dreck aus den machtvollen Institutionen. An den frühen Morgen, wenn die Theater und Museen leer waren, entfernten sie den Urinstein aus den Pissoirs oder entleerten die Papierkörbe mit den Textentwürfen für die Absagen an die Künstler*innen of Color. Auch das Leben der zweiten Generation spielt sich außerhalb des Blickes der Dominanzgesellschaft ab und auch sie sind zur Drecksarbeit verdammt. In ihrer Produktion arbeiten Nuray Demir und Minh Duc Pham hart daran, die Institution sauber erstrahlen zu lassen. Die aggressiven Allzweckreiniger der Kulturwissenschaften greifen mittlerweile ihre Gesundheit an. In »Semiotiken der Drecksarbeit« schieben die beiden unbezahlte Überstunden, um die hartnäckigen ideologischen Ablagerungen der Institution abzubeizen.
*Die Semiotik versteht menschliche Kommunikation als eine Wissenschaft. Hierbei schaut sie auf die Zeichen der Kommunikation, wie zum Beispiel Wörter, Bilder oder Gesten. Für manche Lebensbereiche bleiben die Zeichen unerforscht. Diese Arbeit übernehmen dann Performer*innen.
Am Fr mit Publikumsgespräch im Anschluss.
Nuray Demir ist Künstler*in und Kurator*in im Bereich der visuellen, darstellenden Künste. Ihre Praxis ist von einem forscherischen und radikal transdisziplinären Ansatz gekennzeichnet. Demir realisierte Projekte an diversen Institutionen, wie etwa dem Haus der Kulturen der Welt, dem Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg, dem HAU Hebbel am Ufer in Berlin und den Wiener Festwochen. Zudem trägt sie ihre Ansätze in die Lehre, etwa an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Aktuell ist sie Stipendiat*in der Kulturakademie Tarabya.
Die Vorstellung dauert ca. 60 Minuten ohne Pause.
Es wird deutsche Lautsprache verwendet.
Es kommt laute Musik vor – bei Bedarf erhalten Sie beim Einlass Ohrenstöpsel.
Es kommen Nebeleffekte vor.
Der Publikumsbereich auf der Tribüne ist bestuhlt.
Es gibt zwei Rollstuhlplätze, die nach Verfügbarkeit reserviert oder als Ticket-Kategorie im Onlineshop und an der Abendkasse ausgewählt werden können. Alternativ können Sie telefonisch oder per Email Tickets reservieren: Tel 0421 520 80 70 (Mo, Mi—Fr 10:00 bis 14:00, auch AB) oder ticket@schwankhalle.de Abholung an der Abendkasse bis spätestens 30 Min. vor Vorstellungsbeginn.
CREDITS
Konzept, Choreografie & Performance: Nuray Demir
Von und mit: Minh Duc Pham
Cultural-Intimacy-Coach: Gürsoy Doğtaş
Musik: Neda Sanai
Kostüme: Nadine Bakota
Banner: George Demir
Licht: Lea Schneidermann
Text: Fatma Aydemir
Outside Eye: Ariel Efraim Ashbel
Assistenz: Maximilian Neretin
Produktionsleitung: Andrea Caroline Keppler
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Künstlerhaus Mousonturm, Gessnerallee Zürich.
Unterstützt durch: NATIONALES PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Preisinformation:
Solidarisches Preissystem: 7 / 10 / 14 € (frei wählbar) Online-Tickets zzgl. 1,50 € Gebühr. Bremen Pass: 3 € Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: 5 € Kultursemesterticket: kostenlos Vorverkauf online sowie an allen Nordwest-Ticket-Vorverkaufsstellen. Restkarten ab 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse.