Mit seinem Musikverständnis schafft Shantel mit Alben wie „Disko Partizani“ oder „Istanbul“ einen kuratorischen Zugang zu globalen Musikstrukturen und international funktionierenden Sounds, die als fortlaufende Kritik an der eurozentristischen Popkultur Westeuropas verstanden werden kann. Während Migration, Subkulturen und deren jeweiligen Mitbringsel an Musik schon lange fester Bestandteil der gelebten Diversität von Städten sind, schafft die mediale Öffentlichkeit immer noch ein abgetrenntes System vermeintlich homogener moderner Musikgenres. Besonders „Disko Partizani“ und „Istanbul“ zeigen als liebevoll produzierte Alben, die im ständigen musikalischen Austausch entstanden sind, die Grenzen westlich fokussierter und vereinfachter Genreeinteilungen wie „Balkan Beat“ und „Oriental Pop“ auf.