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Album Release Tour (+ Special Guests)

Wer am Boden liegt, steht hoffentlich auch irgendwann wieder auf. Aber wo genau beginnt der Punkt, an dem die Dinge besser werden? Ist das so eindeutig? Hat man noch das schlimmste vor sich – oder ist man schon längst auf dem Weg der Besserung? SHORELINE stellen sich diese Frage ebenfalls und widmen ihr ein ganzes Album: Is This The Low Point Or The Moment After? Ihre neuen Songs treiben die Band aus Münster dabei zweifelsohne an den vorläufigen Schaffenshöhepunkt: Emo und Hardcore treffen auf eine neugewonnene Lust an Alternative Rock von internationalem Format, smartes Songwriting und Songtexte, die dahin gehen, wo es wehtun kann.

 

SHORELINE folgen dabei ihrer Leitfrage: Mit dem Intro-Doppel Worry Count und Brittle Bond startet die Platte nachdenklich und melancholisch. „I got my mistakes. Just like you I can’t stop thinking about them all”, singt Hansol Seung zunächst mit erschöpfter Stimme über verhallte Emo-Gitarren, gewinnt dann gemeinsam mit der Band an Kraft, wiederholt den Satz ungleich energetischer – und plötzlich klingt das Ganze weniger nach Zugeständnis denn nach entschlossener Kampfansage. Der Start einer Platte, die fortschreitend heavy wird, in der sich eine eigene Art Post-Hardcore Bahn bricht, den SHORELINE immer weiter verfeinern, bis das Album mit Phantom Pain schließlich hoffnungsvoll endet.

„Für mich gibt es auf dem Album einen klaren Wendepunkt – den Tiefpunkt, wenn man so will – ab dem die Songs dann wieder hoffnungsvoller werden“, so Seung. „Als ich die Songs engen Freund*innen gezeigt habe, hat allerdings jede*r von ihnen diesen Punkt an jeweils anderer Stelle für sich ausgemacht. Ich finde, das ist total witzig aber auch einfach wunderschön.“ Ist es das Eingeständnis im dramatischen Forgive, das die Band mit Joe Taylor von Knuckle Puck teilt, in dem es heißt: „I can only pray for your forgiveness ‘cause I was wrong and you were right“? Oder doch der Schlussteil im giftigen Paradox Man, in dem sich die Band knietief in niederschmetternden Hardcore auf die Spuren von TOUCHÉ AMORÉ begibt? Das Schöne an Kunst und einem kunstvollen Konzeptalbum wie diesem ist ja: Hier findet man seine eigenen Antworten, wenn man genau hinhört. So oder so finden SHORELINE ab der zweiten Albumhälfte versöhnlichere Töne – und schreiben mit Out Of Touch einen so unverschämt eingängigen Refrain, für den manch andere Band über Leichen gehen würde. In Zeiten, in denen man aus der aktuellen Weltlage nicht gerade Mut oder Trost schöpfen kann und man stattdessen kraftlos zusammensinken möchte, ist ein Album wie dieses gleichermaßen Hoffnungsschimmer wie Kampfansage: Es wird wieder besser werden, auch wenn es sich am Tiefpunkt überhaupt nicht danach anfühlt.

Is This The Low Point Or The Moment After? zeigt eine Band, die sich ihrer Genre-Wurzeln in der neueren Emo-Welle rund um ONE STEP CLOSER, ARM’S LENGTH oder KOYO bewusst ist und längst selbst fundamentaler Bestandteil davon ist. Ihr neues Album haben Hansol Seung, Julius Hecht, Christoph Overhoff und Martin Reckfort im eigenen Proberaum, den sie zum Studio umgebaut haben, selbst aufgenommen und remote[FT1]  mit Chris Teti (u.a. FIDDLEHEAD, THE WORLD IS A BEAUTIFUL PLACE AND I AM NO LONGER AFRAID TO DIE) co-produziert. Teti und Greg Thomas kümmerten sich anschließend in den Silverbullet Studios in Burlington, Connecticut, um den Mix. Kris Crummett zeichnet für das Mastering verantwortlich. SHORELINE schreiben auf ihrem neuen Album große Hooks und Melodien, jedoch weiterhin aus der Perspektive einer DIY-Punkband statt in Richtung Stadionrock zu schielen. 

Dabei werden die Bühnen, die sie spielen, immer größer. Gestartet auf den Fußböden selbstverwalteter Räume, haben SHORELINE in den vergangenen zehn Jahren so ziemlich jedes Squad bespielt, das ihnen in Europa eine Steckdose bereitgestellt hat. Seitdem spielen sie Shows mit Szenelegenden wie BOYSETSFIRE, HOT WATER MUSIC oder SILVERSTEIN. Im kommenden Februar touren sie mit ARM’S LENGTH durch Großbritannien – und erst kürzlich haben sie in der Sputnikhalle in Münster eine umjubelte ausverkaufte Hometown-Show vor rund 600 Zuschauer*innen und damit ihr bislang größtes Headliner-Konzert gespielt. 

SHORELINE gründen sich 2015 aus dem Wunsch heraus, selbst aktiver Teil der Szene daheim in Münster zu sein. Erste Demo-Songs bei YouTube und reichlich DIY-Fleiß bringen die Band bald auf die Straße. Mit der EP You Used To Be A Safe Place (Uncle M Music, 2018) und ihrem Debütalbum Eat My Soul (Uncle M Music, 2019) wachsen sie schnell über den Status eines Geheimtipps hinaus. Der Nachfolger Growth (End Hits Records, 2022) arbeitet nach den Pandemiejahren die politische Seite der Band noch stärker aus, unter anderem mit Songs über Tierrechte (Meat Free Youth) oder anti-asiatischen Rassismus (Konichiwa). 

Spätestens mit ihrem dritten Album To Figure Out erlangen SHORELINE Aufmerksamkeit über die Grenzen Europas hinweg, als sie als erste deutsche Band beim amerikanischen Szenelabel Pure Noise Records veröffentlichen. Dort erscheint im März auch Is This The Low Point Or The Moment After? „Ganz ehrlich“, sagt Seung. „Ich habe immer davon geträumt, in einer Band wie SHORELINE zu spielen. 

geschrieben von Frederik Tebbe

Location

clubCANN Kegelenstraße 21 70372 Stuttgart

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