Gäste: Truck Violence
SHOW ME THE BODY haben über Jahre hinweg ein Klangvokabular entwickelt, das sich jeder eindeutigen Zuschreibung entzieht. Bei ihrem Gastspiel im Stuttgarter Im Wizemann am 23. Juni trifft Banjo auf verzerrte Bassflächen, Noise auf Hip-Hop und Ritual auf Wut.
Wer verstehen will, warum SHOW ME THE BODY mehr ist als eine weitere New Yorker Post-Hardcore-Band, muss dorthin zurückgehen, wo alles begann: unter Brücken, in Kellern, in jenen provisorischen Zwischenräumen einer Stadt, die ihre eigenen Kinder oft übersieht. Es ist kein Zufall, dass sich die Musik des Duos stets wie ein Echo dieser Orte anfühlt: roh, unversöhnlich, zugleich nach Gemeinschaft suchend.
Mit ihrem letzten Album „Trouble the Water“ (2022) verdichten SHOW ME THE BODY diese Ansätze zu einer Art klanglicher Beschwörung. Der Titel, der lose auf biblische Alchemie verweist, ist dabei weniger Rückgriff als Aufbruch. Statt Nostalgie formuliert die LP eine Gegenwart, in der Zusammenhalt nicht gegeben, sondern täglich neu hergestellt werden muss. Julian Pratts Texte wirken dabei wie liturgische Fragmente – fordernd, tastend, manchmal von einer fast zärtlichen Radikalität. Harlan Steeds Produktion hingegen zerlegt vertraute Strukturen in flirrende, fehlerhafte Rhythmen. Auch auf ihren neueren Singleveröffentlichungen ist dieser charakteristische Sound greifbar und zeigt die Band zugleich im Prozess stetiger Weiterentwicklung.