Wie oder was riecht Rassismus? Von alltäglichen Vorurteilen bis hin zu den philosphischen Ausführungen Immanuel Kants über die Beziehung zwischen Geruch und 'Rasse' hat die Verbindung von Rassismus und Geruch eine lange abendländische Tradition.
Haben wir uns jemals gefragt, ob wir den versteckten Geruch von Schweiß, Blut, Tränen und systematischer historischer Ausbeutung von Menschen wahrnehmen, wenn wir unseren Kaffee oder Tee trinken oder mit unseren geliebten Gewürzen kochen? Haben wir jemals einen Straßenreiniger gefragt, wie er jeden Tag in seinem eigenen Leben an den Rand gedrängt wird, weil er unseren Müll säubert?
In der Performance Smells of Racism tauchen wir gemeinsam in diese Geschichten über Geruch und Rassismus ein: mit Musik, Tanz und Gerüchen.
Und wir suchen Antidoten gegen Alltagsrassismen: Ob mehr Einfühlungsvermögen (Rose) oder mehr Beruhigung (Lavendel), mehr Wut (Asafötida) oder Weitsicht (Lorbeer) – die Antidoten und Gegenmaßnahmen sind so vielfältig wie die rassistischen Situationen, denen wir im Alltag begegnen.
Gemeinsam mit dem Publikum kreieren wir ein Räucherwerk, das symbolisch den bösen Geist des Rassismus vertreiben soll. Ein anhaltender Prozess!
Wir riechen Räuchermischungen, kreiert mit Zuschauer*innen vergangener Performances in München, Wien, und Oldenburg und stellen eine neue Räuchermischung zusammen – für das nächste Publikum.
Von und mit Sandra Chatterjee, Arko Mukhaerjee und Kanishka Sarkar | Technische Leitung Friedrich Günther | Illustrationen Avirup Basu | Recherche und Outside Eye Theresa Seraphin | Philosophischer Input André Grahle
Sandra Chatterjee, Choreographin und Wissenschaftlerin in den Bereichen Culture & Performance und Tanzwissenschaft, ist interessiert an direkter Interaktion mit dem Publikum. Zu ihren aktuellen Projekten zählen die choreographische Arbeit mit Gerüchen (Smells of Racism / SWEAT - Smells of Labour), Noor Inayat Khan - Performance Miniaturen (2023), Dance with the Stars #1 (2025), und die Organisation von CHAKKARs – Moving Interventions. Für 2020-2022 wurde sie als Künstlerin der internationalen Austausch- und Produktionsplattform Freischwimmen ausgewählt.
Arko Mukhaerjee, vielseitiger Sänger und Musiker in der unabhängigen indischen Volksmusikszene, singt Volkslieder aus Europa, aus dem afrikanischen Kontinent, Lateinamerika und dem südasiatischen Subkontinent sowie Sufi, Blues, Soul und verschiedene ‘tribal’ Musikformen aus Indien und Bengalen.
Kanishka Sarkar ist Gründungsmitglied von Cactus, einer der ersten ‘vernacular’ Bengali Pop/Rock Bands, in der er elf Jahre spielte – mit über 2000 Konzerten und vier Plattenverträgen bei EMI India. Kanishka lebt und arbeitet in Berlin, wo er gemeinsam mit Ralf Denker Musik produziert.
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