Die kollaborative Tanzperformance Soldier M.I.A. versucht, eine chinesische queer-feministische Zukunft anhand der Geschichte der Soldatin Hua Mulan (花木兰) neu zu imaginieren.
Der Legende nach ist Mulan eine junge Frau, die sich als Mann verkleidet, um sich der Armee anzuschließen und anstelle ihres Vaters in die Schlacht zu ziehen. Oberflächlich betrachtet scheint die Geschichte für die Ermächtigung und Emanzipation der Frau einzutreten, doch im Grunde instrumentalisiert sie weibliche Repräsentation und Körper für patriarchale und nationalistische Zwecke.
Soldier M.I.A. ist als fiktive Such- und Rettungsmission angelegt und spielt mit der Idee, dass Mulan irgendwie im Einsatz verschwunden ist (Missing. In. Action.). Vier "Expert*innen" mit unterschiedlichem chinesischem Hintergrund – ein*e Tänzer*in, ein*e Dramaturg*in, ein*e Soundkünstler*in und ein*e Kostümdesigner*in - tun sich zusammen, um Mulan zu finden, wobei sie eine Mischung aus literarischen Referenzen, Videomaterial aus chinesischen Opern und persönlichen Geschichten verwenden. Zusammen mit der Hilfe des Publikums versuchen sie, die Geschichte von Mulan durch eine queere und feministische Brille zu rekonstruieren. Ihre Aufgabe ist es, eine neue Mulan-in-action (M.I.A.) hervorzubringen. An welchem Kampf wird sich die Soldatin M.I.A. heute beteiligen? Welche Flagge wird sie hissen... oder verbrennen?