Am Sonntag, 11. Januar um 11:00 Uhr zeigen wir letztmalig Edward Yangs „Yi Yi“ – ein zentrales Werk des modernen Weltkinos und ein Meilenstein der taiwanesischen New Wave.
In der präzisen Chronik einer Mittelklassefamilie in Taipeh entwirft Yang ein vielschichtiges Geflecht aus Generationen, Beziehungen und Perspektiven. Yi Yi ist kein Familiendrama im klassischen Sinn, sondern ein filmisches Zeitmodell: Beobachtung statt Zuspitzung, Dauer statt Dramaturgie, Offenheit statt Auflösung. Die Figuren bewegen sich durch urbane Räume, Büros, Wohnungen und Straßen, während sich existenzielle Fragen in beiläufigen Momenten einschreiben.
Formell verbindet der Film eine streng komponierte Mise-en-scène mit einer außergewöhnlichen Sensibilität für Rhythmus und Leere. Spiegelungen, Rahmungen und Off-Momente strukturieren den Blick. Der kindliche Versuch, „die Rückseiten der Dinge“ sichtbar zu machen, wird zum poetischen und theoretischen Kommentar auf das Kino selbst: Sehen als fragmentarischer, unvollständiger Akt.
Yi Yi wurde 2000 in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnet und gilt heute als Vermächtnis Edward Yangs – ein Film, der in seiner Ruhe, Klarheit und humanistischen Haltung weit über seine Entstehungszeit hinausweist.
🗣 Originalfassung (Mandarin) mit deutschen Untertiteln
Preisinformation:
Überlänge
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