Der Umgang mit Personen, die in den nationalsozialistischen Staat involviert waren, stellt bis heute eine Herausforderung dar. Trotz umfangreicher Arbeiten zur sogenannten Täterforschung fällt eine Bewertung oft nicht leicht. Unmittelbar relevant wird diese Bewertung jedoch u.a., wenn es darum geht, Ehrungen dieser Personen in Straßennamen, Benennungen von Preisen oder medizinischen Eponymen zu verstehen und gegebenenfalls zu überdenken.
Eine umstrittene Person ist der Chirurg Ferdinand Sauerbruch. Er gehört zu den bekanntesten Figuren in der Geschichte der modernen Chirurgie. Im Vordergrund der Erinnerung an den langjährigen Charité-Arzt standen lange Zeit seine Beiträge zur Entwicklung der Thoraxchirurgie und zur Prothetik („Sauerbruch-Arm“). Sauerbruch war jedoch als Fachspartenleiter Medizin in Hitlers Reichsforschungsrat auch ein Spitzenmanager des NS-Wissenschaftssystems.
Der Medizin- und Zeithistoriker Richard Kühl, der zusammen mit Heiner Fangerau (beide Heinrich-Heine-Universität) im Auftrag der Charité ein Gutachten über die NS-Belastung Sauerbruchs vorgelegt hat, fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen, ordnet die Causa Sauerbruch in erinnerungskulturelle Debatten ein und steht anschließend gemeinsam mit dem Historiker Timo Baumann (Heinrich-Heine-Universität) für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
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