sum
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sum ist die erste Museumsausstellung des US-amerikanischen Künstlers Grant Mooney in Europa. Im Mittelpunkt steht ein vielschichtiges Verständnis von Materialität, das Material nicht als starre Eigenschaft, sondern als das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels körperlicher, materieller und diskursiver Kräfte begreift. Materie wird dabei als aktiver Prozesspartner sichtbar, der aktiv an der Form- und Bedeutungsbildung beteiligt ist.
Mooney verbindet in sum seine Skulpturen mit ausgewählten historischen Werken aus der Sammlung des Museums Abteiberg sowie Beiträgen zeitgenössischer Künstler:innen. So entsteht ein generationsübergreifendes Netzwerk, das künstlerische Materialpraktiken seit den 1960er Jahren beleuchtet und zugleich die Entwicklungen gegenwärtiger skulpturaler Verfahren erzählt. Transformationsprozesse von Materialien zwischen Substanz und Form stehen im Fokus, wobei klassische Kategorien minimalistischer und konzeptueller Skulptur wie Gewicht und Masse als wandelbare Phänomene erscheinen, die von unsichtbaren Kräften wie biochemischen Reaktionen oder atmosphärischen Einflüssen geprägt werden.
Besondere Aufmerksamkeit gilt bei Mooney etwa dem Material Fett, das über seine soziale Bedeutung hinaus als physikalischer Wirkstoff in Prozessen wie Energiespeicherung und Wärmebildung wirkt. Dieses Thema knüpft an Joseph Beuys‘ Arbeiten im Museum Abteiberg an, die ebenfalls Fett als Metapher der Transformation und Auflösung von Grenzen verwendeten. Als Silberschmied greift Mooney zudem das Spannungsverhältnis zwischen Kälte und Wärme auf, das Pol und Treiber möglicher Wandelprozesse darstellt – ähnlich der dialektisch gedachten Wärmebegrifflichkeit Beuys‘.
Die Ausstellung präsentiert vielfältige skulpturale Techniken von Schmelzen über Gießen und Löten bis zu plastischen Kräften wie Schwerkraft und Magnetismus. Diese oft verborgenen Wirkungen werden hier als substanzielle Elemente inszeniert, die Form, Bedeutung und Arrangement der Arbeiten mitprägen. Ein besonderes Werk ist Mooneys Installation sphere music – eine Harfe auf dem Museumdach, die nicht gespielt, sondern durch Luftbewegungen in Schwingung versetzt wird. So geben die Objekte in sum vielfach Handlungsmacht ab, verändern sich selbst, lösen sich auf oder verschieben ihre Grenzen.
Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit von Alke Heykes und Grant Mooney konzipiert. Führungen bieten zudem die Gelegenheit, die komplexen Zusammenhänge und vielfältigen Materialien genauer zu erkunden.
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