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Talkshow: Multiple Krisen

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Talkshow: Multiple Krisen

Gespräche mit Sham Jaff, Ouassima Laabich und Gilda Sahebi, moderiert von Anna Dushim

Die Community-basierte Medienplattform KARAKAYA TALKS beschäftigt sich seit Jahren mit globalen Machtverhältnissen, Gewalt und Krisen, die in öffentlichen Debatten oft vereinzelt, verkürzt oder entpolitisiert verhandelt werden. Die Erfahrung ihrer Gründerinnen Esra Karakaya und Djenna Wehenpohl zeigt: Anteilnahme existiert, aber Zusammenhänge fehlen. Krisen werden nebeneinander erzählt, aber selten miteinander gedacht, unabhängig davon, wie eng sie geografisch oder historisch verbunden sind. 

In der kontinuierlichen Berichterstattung zu Orten wie Sudan, Palästina, der Demokratischen Republik Kongo, Ukraine oder Iran zeigen sich jedoch wiederkehrende Muster: in politischen Interessen, in medialen Narrativen, in der Hierarchisierung von Leid und in den Formen der Entmenschlichung, die Gewalt legitimieren oder normalisieren. Gleichzeitig prägen die Ereignisse in diesen Ländern längst eine globale Öffentlichkeit. Über soziale Medien, Newsfeeds und algorithmische Logiken gelangen Bilder und Stimmen aus unterschiedlichen Krisenkontexten parallel in die kollektive Wahrnehmung – sie geraten aber auch schnell wieder in Vergessenheit. Dabei geht sowohl politischer Kontext verloren als auch die angebrachte Empathie. Millionen Menschen trauern gleichzeitig um Angehörige, Heimat, Sicherheit oder Zukunft, und dennoch erscheinen ihre Erfahrungen in der öffentlichen Wahrnehmung häufig als voneinander getrennte Ereignisse. Zwischen der gelebten Realität von Gewalt und ihrer medialen Darstellung entsteht eine Lücke, die verzerrt, wessen Leid als nah und relevant erscheint.  

Vor diesem Hintergrund ist die Talkshow: Multiple Krisen als öffentlicher Beziehungsraum konzipiert, in dem verschiedene Gewaltkontexte nicht isoliert, sondern relational betrachtet werden. Im Zentrum steht die Frage, was sichtbar wird, wenn Krisen miteinander und aufeinander bezogen gedacht werden: Welche Muster wiederholen sich? Welche Narrative legitimieren Gewalt? Welche Formen kollektiven Vergessens prägen öffentliche Debatten? Und welche Rolle spielt Deutschland als medialer, politischer und gesellschaftlicher Kontext für die Wahrnehmung dieser Krisen? 

Die Talkshow ist Teil des von KARAKAYA TALKS gesetzten kuratorischen Rahmens Relational Work, Relational Power. Sie schafft einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, Wissen geteilt wird und komplexe Zusammenhänge sichtbar werden, ohne die Vielschichtigkeit der Themen auf einfache Antworten zu reduzieren.

Auf Deutsch mit englischer Simultanübersetzung

Ort: Weltwirtschaft Restaurant

Eintritt frei mit Anmeldung via Eventbrite

Location

Haus der Kulturen der Welt | HKW
Haus der Kulturen der Welt | HKW John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

Angaben zur Barrierefreiheit

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