Verführerische Tänze zur Geisterstunde: Mit The Devil’s Hour entwirft Choreograf*in und Tänzer*in July Weber ein Tanzstück für vier Tänzer*innen zur Musik „Ray Ray of Light“ von Komponist* Laure M. Hiendl. Inspiriert von Balztänzen aus dem Tierreich und mittelalterlichen Paar- und Reigentänzen, entfaltet July Weber eine Choreografie aus verführerischen Tänzen für ein nichtmenschliches Publikum wie Geister und Dämonen – aufgeführt zur historisch aufgeladenen Mitternachtsstunde, zu der übernatürliche Kräfte besonders potent sein sollen.
Die Attraktion und Kraft des Unbekannten wird zum Motor der Bewegung und lässt Tänze entstehen, die von choreografiert bis luftig somatisch reichen – und dabei einen unbekannten, flüchtigen Körper wie den eines Geistes verführen wollen. Unter Rückgriff auf den Archetyp des Hofnarren, der im Mittelalter das Recht der unbestraften Kritik und Parodie hatte, hinterfragt das Stück das Bedürfnis nach inszenierter Selbstdarstellung, Entertainment und Dekoration. In minimaler Szenerie machen mit Windmaschinen generierte Luftströme das Flüchtige erfahrbar und werden zu skulpturalem Material, das ungreifbar und doch überaus kraftvoll die Bewegung formt.
Die Premiere von The Devil’s Hour fand am 05.08.2023 im Radialsystem statt.
Im Rahmen der neunten Falte „Ghosts & Demons” zeigt die Tanzfabrik Berlin Arbeiten, die sich dem Unbekannten widmen. Inspiriert von Sci-Fi Vorbildern und mittelalterlichen Archetypen zieht die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Phantasmen in die Körper der Performer*innen ein und wird zum Motor ihrer Bewegungen.