FOTO: © Takion Japan

To Live To Act: Tatsuya Nakadai

Das sagt der/die Veranstalter:in:

仲代達矢 役者を生きる Nakadai Tatsuya „yakusha“ o ikiru
Regie: INAZUKA Hidetaka
2014, 57 Minuten, OmeU, Blu-ray

Die Dokumentation begleitet Nakadai Tatsuya über einen Zeitraum von einem Jahr und zeigt eindrucksvoll, wie sich der Ausnahmeschauspieler als Mitglied der Theatergruppe Mumei Juku auch noch im fortgeschrittenen Alter den Herausforderungen der Bühne stellt.

Schon lange hatte Nakadai Tatsuya sich vorgenommen, das Stück „Die Unterrichtsstunde“ von Eugène Ionesco aufzuführen, das ihn bei einem Paris-Besuch gemeinsam mit seiner Ehefrau Yasuko tief beeindruckt hatte. Im Jahr 2012 begann er schließlich mit umfangreichen Proben, die sich bis ins darauffolgende Jahr hinzogen, und übernahm selbst die Rolle des „Professors“.

Das Werk ist ein Drei-Personen-Stück mit einer Dienstmagd und einer Schülerin und gehört zum absurden Theater, das oft als schwer zugänglich gilt. Für Nakadai, der damals bereits über 80 Jahre alt war, stellte insbesondere das Auswendiglernen der umfangreichen Texte eine große Herausforderung dar und verlangte ihm viel Mühe ab.

Nach den Aufführungen im Noto Engekidō sowie im Nakadai-Theater (der Probenstätte der Mumei juku) äußerte er, er habe damit „einen wichtigen Meilenstein erreicht“.

Im Frühjahr 2013 begann die Aufnahme neuer Schüler (29. Jahrgang), deren strenge Ausbildung er selbst leitete.

Im Herbst desselben Jahres übernahm er die Rolle des Pater Lorenzo in Shakespeares Romeo und Julia. Er trat hier bewusst nicht mehr in der Hauptrolle auf, sondern entschied sich für eine Nebenrolle, um die jungen Talente der Mumei juku zu unterstützen.

Während er allmählich begann, über seinen Rückzug als Schauspieler nachzudenken, richtete sich sein Fokus zunehmend auf die Zukunft der Theatergruppe.

Filmreihe
NAKADAI Tatsuya (1932-2025)
Die vielen Gesichter der japanischen Schauspiellegende

Nakadai Tatsuya zählt zu den bedeutendsten Schauspielern der japanischen Filmgeschichte. Der vielfach ausgezeichnete Darsteller war in über 120 Filmen zu sehen und verkörperte zumeist komplexe und vielschichtige Charaktere.

Geboren am 13. Dezember 1932 in Tokyo besuchte Nakadai nach seinem Schulabschluss Aufführungen der Theatergruppe Haiyûza, in die er 1952 selbst aufgenommen wurde. 1954 gab er mit einem Statistenauftritt sein Filmdebüt in Die sieben Samurai, was den Beginn einer langjährigen Partnerschaft mit Kurosawa Akira markierte: Nakadai spielte tragende Rollen in Yojinbô oder Tsubaki Sanjûrô und brillierte als Protagonist in den großen Epen Kagemusha und Ran. Aber auch mit anderen renommierten Regisseuren wie Kobayashi Masaki, ­Okamoto Kihachi und Teshigahara Hiroshi verband ihn eine enge ­Zusammenarbeit.

1975 gründete Nakadai gemeinsam mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Miyazaki Yasuko eine Schule für Nachwuchsschauspieler ­namens Mumei juku, die von zahlreichen Talenten besucht wurde, ­darunter auch Yakusho Kôji (bekannt u.a. aus Perfect Days).

Die schillernde Bandbreite der von Nakadai dargestellten Figuren reicht von Samurai, Kriminellen und Universitätsprofessoren bis hin zu Malern und Familienvätern, denen er mit feinen Nuancen Tiefe und Intensität verlieh.

Nakadai Tatsuya starb am 8. November 2025 im Alter von 92 Jahren an einer Lungenentzündung.

Die Filmreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival 
Nippon Connection in Frankfurt statt (02. – 07.06.2026).

Im Rahmen der Retrospektive des Festivals zeigt das 
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum acht Filme 
mit NAKADAI Tatsuya aus dem Archiv der Japan Foundation in Tokyo.

Weitere Informationen unter https://nipponconnection.com/

 

Location

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